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Die Niederlande, Dänemark und Deutschland mit den Ländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen haben heute, den 5.2.2014 auf der 12. Trilateralen Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeeres eine gemeinsame Erklärung zur weiteren Zusammenarbeit unterzeichnet. Kernelemente sind zwei konkrete Vereinbarungen: eine Strategie über Nachhaltigen Tourismus im Weltnaturerbe Wattenmeer sowie eine Kooperation zum Vogelzug von der Arktis über das Wattenmeer bis an die westafrikanische Küste.

“Drei Staaten übernehmen hier Verantwortung für den Schutz eines einzigartigen Naturraums. Das ist ungewöhnlich”, erklärte Habeck im dänischen Tønder. “Natur erleben und Natur bewahren gehören im Wattenmeer zusammen. In Schleswig-Holstein wird die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Naturschutz intensiv gelebt. Dass dies nun in einer gemeinsamen Strategie der drei Staaten für einen nachhaltigen Tourismus mündet, ist ein großer Erfolg und ein tolles Zeichen”, so Habeck weiter.

Der Vereinbarung für nachhaltigen Tourismus im Wattenmeer ging ein umfangreicher Prozess der Zusammenarbeit zwischen Tourismuswirtschaft, Naturschutz-Verbänden, Kreisen und den Regierungen der Staaten und Länder voraus. In Schleswig-Holstein wurde der Entwurf dieser Strategie in den Nationalpark-Kuratorien sowie mit Tourismusakteuren intensiv diskutiert. Breite Unterstützung auf allen Ebenen ist eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit zum Wohle von Mensch und Natur.

“Die Tourismus-Strategie zeigt: Der Schutzstatus bedeutet nicht, aus dem Wattenmeer ein Gehege zu machen, das die Natur ein- und den Menschen ausschließt. Sondern genau das Gegenteil ist der Fall. Wir wollen die berührende Weite und Schönheit des Watts mit vielen Menschen teilen und sie für die ökologische Bedeutung und für den Erhalt dieses Naturschatzes sensibilisieren”, erklärte Habeck. “Dies ist zugleich die ökonomische Basis für den wichtigsten Wirtschaftszweig an der Westküste. Für die Umsetzung des gemeinsamen Aktionsplans zur Tourismusstrategie wird die Landesregierung ELER-Mittel zu Entwicklung des ländlichen Raumes bereitstellen.”

Mit der Vereinbarung zum Zugweg der Wattenmeervögel erklären die Unterzeichner die gemeinsame Verantwortung für den Vogelzug und stärken die internationale Zusammenarbeit des Wattenmeeres mit Afrika und der Arktis.

Einem Vorschlag der Kreise Nordfriesland und Dithmarschen folgend ist es zudem gelungen, die Bedenken der Menschen in der Region gegen CCS und Fracking in der Ministererklärung zu verankern. “Aus Schleswig-Holstein hätten wir uns zwar noch deutlichere Worte gewünscht, aber es ist ein erster wichtiger Schritt, dass es – anders als noch 2010 – gelungen ist, diese für uns sehr wichtigen Themen in der Erklärung zu verankern.”

Nach langen Jahren ist es bei dieser Konferenz zum ersten Mal gelungen, auch erste Vereinbarungen zur Fischerei zu treffen. Mit dem Ziel, vergleichbare Bedingungen für eine nachhaltige Fischerei in allen drei Wattenmeerländern voranzubringen, wird in den kommenden Jahren ein Dialogprozess mit Interessensvertretern und Behörden beginnen.

“Das Watt vor unseren Haustüren! Diese wirklich besondere Naturschönheit wollen wir bewahren. Dies kann nur grenzüberschreitend gemeinsam mit unseren Partnern in Dänemark, Hamburg, Niedersachsen und den Niederlanden gelingen”, so Habeck.

Die Ministererklärung beinhaltet außerdem Vereinbarungen über Naturschutz und Management des Ökosystems Wattenmeer, wie die Umsetzung von EU-Richtlinien und zu gebietsfremden Arten, Schifffahrt, wissenschaftliche Zusammenarbeit, die Arbeit des Wattenmeerforums aus Kommunen, Kreisen, Privatwirtschaft und Nutzerverbänden sowie Bildung. Im Bereich der Internationalen Zusammenarbeit wurde eine Partnerschaft mit Südkorea.

Seit 1978 kommen die Umweltminister der drei Staaten alle drei bis vier Jahre zur Trilateralen Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeeres zusammen, wobei sie eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen. Ihre Beschlüsse sind völkerrechtlich nicht bindend, haben aber einen hohen Grad an politischer Verbindlichkeit.