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Die Sommersaison auf Sylt neigt sich langsam dem Ende zu. Das Meer ist noch warm, die Winde frischen auf und wie die Zugvögel wird es in Kürze viele Saisonkräfte wieder in den Süden ziehen. Rettungsschwimmer, Strandkorbvermieter, Servicekräfte und viele mehr werden den Winter über dann in wärmeren Gefilden verbringen, wo sie ihrer gemeinsamen Leidenschaft so nachgehen können wie in ihrer Zeit auf Sylt: dem Wellenreiten!

Freunde und Bekannte sollten noch einmal die Gelegenheit haben ihre Zeit gemeinsam mit dem zu verbringen, was sie alle verbindet – die Liebe zum Meer (…).

Viele von Ihnen sind Sylter oder in ihrer x-ten Saison inzwischen zu Freunden geworden, die man bald für eine längere Zeit nicht mehr treffen wird. Dies ist der ursprüngliche Grund dafür gewesen, das Sven und Tim Behrens von der Buhne 16 im Jahr 1999 eine Art Saison-Abschlusstreffen ins Leben gerufen haben. Freunde und Bekannte sollten noch einmal die Gelegenheit haben ihre Zeit gemeinsam mit dem zu verbringen, was sie alle verbindet – die Liebe zum Meer, die Hoffnung auf die perfekte Welle und die Freude an einer guten Zeit auf dem Wasser.

Wettbewerb in den Wellen und Party am Strand

Auch wenn beim Longboardfestival der Spaß und das Miteinander im Vordergrund stehen, so fehlt es den Teilnehmern dennoch nicht an Ehrgeiz. Die Aussicht sich als Titelträger in die ewige Bestenliste eintragen zu können spornt zu Höchstleistungen an und Jeder der einen der begehrten maximal 100 Startplätze ergattert hat will sein bestes geben. Gestartet wird in sechs Klassen, so dass die Kräfte-verhältnisse fair verteilt sind. Jungs und Mädels bis 17 Jahren unter sich, Frauen und Männer von 18 bis 45 Jahren ebenfalls getrennt voneinander, die „Masters von 46 bis 55 Jahren und die Senioren ab 56 Jahren.

Was und wie wird gewertet?

Ebenso fair wird auch gewertet. Vom Strand aus beobachtet eine Jury – die immer aus Mitgliedern des Teilnehmerfeldes besteht – die zum Teil akrobatischen Aktionen auf dem Wasser und beurteilt diese nach Schwierigkeitsgrad und Ausführung.

Um die Vergleichbarkeit der Manöver in den sich fortwährend ändernden Bedingungen zu gewährleisten, wird bei jedem Heat die erste Welle als Referenz genommen und deren Wertung angesagt. An dieser Wertung orientieren sich dann alle weiteren, wobei es besonders auf die allgemeine Performance auf und in der Welle ankommt. Natürlich sind spektakuläre Sprünge, Wendemanöver und akrobatische Einlagen auch bei den Judges gern gesehen. Wichtiger als der Schwierigkeitsgrad ist dabei allerdings die perfekte Ausführung eines Manövers. Wer beispielswiese einen der typischsten Longboard-Tricks zeigt und während des Wellenritts auch dem Brett nach ganz vorne balanciert, tut gut daran auch wieder zurück zu kommen – erst dann ist einem eine hohe Wertung sicher. Lieber eine schöne Welle so lange und sauber wie möglich reiten, als einen „Off-The-Lip“ nur halbfertig zu bekommen ist die Devise.

Das Longboardfestival wird volljährig

Das Longboardfestival war geboren und findest seitdem, mit einer Ausnahme in 2010, jedes Jahr statt. Nun also zum 18. Mal und wieder mit maximal 100 Teilnehmern. Warum sich die Macher der Buhne 16 diesen organisatorischen Stress jedes Jahr wieder antun, erkennt man spätestens dann, wenn man die strahlenden Gesichter der Teilnehmer sieht die an den Strand kommen, und die Atmosphäre wahrnimmt, die sich in den Wochen vor dem Contest auf der Insel breit macht. Die Szene tuschelt, es wird gefrozelt und mehr oder weniger heimlich trainiert. Doch trotz allen Ehrgeizes steht für ausnahmslos alle Aktiven der Spaß im Vordergrund.

Programm

Die einen kommen zum Surfen, die anderen zum Zuschauen und die nächsten einfach zum da sein. Und zum Mitfeiern, denn auch wenn der Wettstreit um Platzierungen nicht im Vordergrund steht, die Siegerehrung mit Party am Samstagabend ist Tradition. Schließlich haben Surfer aus ganz Europa vier Tage lang gezeigt, was auf einem Longboard so alles geht. Und so tänzeln die Wasserakrobaten auf ihren Brettern, trippeln bis an die Nase der Boards, reizen jeden Bewegungsspielraum aus. Kann klappen. Oder auch nicht, das gehört dann auch dazu. Bleibt in der Familie.

Organisation ist Chefsache

Sven und Tim Behrens sorgen als Buhnenchefs für das Drumrum, machen aber keine minutiösen Pläne – das Wetter schreibt letztlich den Ablaufplan, gegrillt und gesurft wird nach Wind und Wellen und Hunger. Anmeldung für Teilnehmer: 04651-4996 oder sven@buhne16.de

Alle Informationen für jeden Tag

  • 04.09.2018
    Skippersmeeting, ab 18 Uhr
  • 05.09.2018
    Wettkämpfe – Surfing
    täglich 8 – 20 Uhr, je nach Wellenlage
  • 07.09.2018
    Surfkino, ab 20 Uhr
  • 08.09.2018
    Abschlussveranstaltung – Live:
    Horst with no Name Orchestra
  • 09.09.2018
    Ausweichtag für die Wettkämpfe

Die Longboardfestival Party

Legendär sind die Parties im Rahmen des Longboardfestivals an der Buhne 16. Nicht zuletzt, weil sie so wunderbar authentisch und passend zu diesem Ort sind. Kein Ballermann-Feeling, keine riesige Licht- und Soundshow – einfach nette Leute, kalte Getränke, lecker Essen und gute handgemachte Musik. Für letztere sorgt in diesem Jahr mit dem Horst With No Name Orchestra, der angesagten internationale Garage-Rock‘n‘Roll-Band, um den Sänger und Gitarristen Horst Schneider aus Hamburg Eimsbüttel.

Horst With No Name Orchestra

Gestartet vor vielen vielen Jahren als internationale one man band, bei der Horsti wie ein Gummimann Gitarre und Schlagzeug gleichzeitig spielte und dazu auch noch Singsang machte. Da Horsti in dieser Zeit zusehend vereinsamte und eremitisch an den Wochenenden in seinem Horstmobil durch die Gegend fuhr, entschloss sich Horsti den einzigartigen und gutaussehenden Schlagzeuger Tomate mit ins Boot zu holen, um zum einen nicht soziale Kontakte zu verlernen, sondern auch um den unglaublichen Horsti-Sound noch geilerer zu machen! Fortan ist Hort with no Name als dynamisches Duo unter dem Namen „Horst with no Name Orchestra“ unterwegs. Der minimalistische Sound der beiden Coolen aus Hamburg ist hausgemacht, billig und einfach zu durchschauen, aber schwer zu kopieren.

Ruhm und Ehre statt Sponsoren und Preisgeld

Das Longboardfestival könnte Heute eine Veranstaltung mit Ausmaßen der Deutschen Meisterschaft im Windsurfen oder ähnlichen Events sein – ist es jedoch nicht, da die Initiatoren bewusst auf eine kommerzielle Vermarktung verzichtet haben um dem Festival nicht sein Herz zu nehmen. Trotz der Tatsache, dass an der Buhne 16 das einzige Longboard-Event Deutschlands stattfindet, zu dem Teilnehmer aus ganz Europa und sogar aus Übersee anreisen, geht es hier ausschließlich um Ruhm, Ehre und die Verewigung auf dem Wanderpokal.

Seit Jahren stiftet Robert Morell zudem noch handgefertigte Pokale für die besten eines Jahres, und natürlich gibt es auch Sponsoren, die das Festival unterstützen und ohne die es gar nicht möglich wäre ein solches Event durchzuführen. Und dennoch erwartet die Besucher und Interessierten hier keine bunte Meile, keine Menschenmassen die sich durch lautes Getöse schieben. Hier wartet die Ursprünglichkeit der Insel, die Lebensfreude aller Generationen und die Herzlichkeit einer eingeschworenen Gemeinschaft, die Gäste immer willkommen heißt. Ein solches Event könnte zudem an keinem besseren Ort stattfinden als hier. An der Buhne 16 nämlich steht sozusagen die Wiege aller Surfer.

Seid 1966 auf den Brettern

Der Sylter Dieter Behrens gehörte zu denjenigen, die zunächst mit hölzernen Rettungsbrettern in den Wellen experimentierten und bereits 1966 den Surfing Club Sylt gründeten. Ebenfalls an der Buhne 16 zu Hause war übrigens Surfer-Legende Jürgen Hönscheid, inzwischen auf Fuerteventura beheimatet. Mit seinen Brüdern Uwe und Conrad Behrens gründete Dieter 1978 eine Sportschule für Segeln und Windsurfen an Buhne 16, das Bistro kam 1981 dazu, Ursprung des jetzigen Strandpavillons.

Longboardfestival an der Buhne 16. Foto: Surf Club Sylt
Longboardfestival an der Buhne 16. Foto: Surf Club Sylt

Der blieb in der Familie: Die Cousins Tim und Sven Behrens aus der nächsten Generation betreiben seit 1999 mit ihrem Team die „Buhne 16“, direkt am Strand und weit weg von der Straße, ein wunderbarer Ort zum Entspannen, selbst die Handys tauchen hier meist ins Funkloch ab und geben Ruhe. Wer also Sylt hautnah erleben möchte und bereit ist sich auf das „Hang Loose“ Lebensgefühl der Surfer einzulassen findet keinen perfekteren Ort als diesen – ganz besonders während des Longboardfestivals.

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