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Zum 20. Jahrestag ihrer Vereidigung: Überraschungsparty für Sylts Bürgermeisterin Petra Reiber Westerland Petra Reiber ist keine ordentliche Beamtin. Obwohl gestern „erst“ der 20. Jahrestag ihrer Vereidigung war (wir berichteten), frühstückte sie mit ihren Mitarbeitern im Rathaus-Foyer, auf der Treppe spielte der Westerländer Musikverein und auf der Fensterbank im Büro des Bürgervorstehers stapelten sich Geschenke: Blumen, eine Foto-Collage, prickelnde Getränke, Eintrittskarten für die Baltic Horseshow in Kiel (vom Leitungsteam ihrer Verwaltung), ein Gutschein über zugehörige Hotel-Übernachtungen (von der Selbstverwaltung)…

Aber Reiber hatte Glück: Die in keiner Dienstvorschrift verankerte Überraschungsparty hat vermutlich keine disziplinarischen Folgen. Schließlich war diese heimlich von Mitarbeitern der Verwaltung organisiert worden und der ihr laut Gemeindeordnung vorgesetzte Hauptausschussvorsitzende Erik Kennel (SWG) war auch dabei. Er petzte in seiner Ansprache zwar, sie nach einer Ortsbeiratssitzung in Morsum beim Rauchen erwischt zu haben, dankte aber auch für die „gute, ehrliche und lange Zusammenarbeit.“ Und der stellvertretende Bürgervorsteher Peter Schnittgard (CDU) lobte die „Mutter, Juristin und Vorgesetze“ als „Frau am richtigen Platz“ und erklärte aus persönlicher Erfahrung: „Wir kommen gut miteinander zurecht.“

Letzteres betonten auch Harro Johannsen, der als Chef des Amtes für Finanzen, stellvertretend für Reibers Leitungsteam sprach („Du hast Deine Amtsleiter mit vielen Kompetenzen ausgestattet“) und Insel-Baumeister Wolfgang Knuth. Er zog als Repräsentant des Eigenbetriebs KLM vor seiner Chefin den Hut und plauderte aus, dass man bei ihrem Amtsantritt geglaubt habe, sich mit der blonden, langhaarigen Frau Bürgermeisterin dekorieren zu können: „Dieser Gedanke hielt aber nur vier Wochen.“ Anschließend griff Reiber selbst zum Mikrofon, wischte sich mit der Hand über die Augen, erklärte, als „ordentliche Beamtin“ natürlich zu wissen, dass man Dienstjubiläen erst ab 25 Jahren feiern dürfte und deutete dann an, nach ihrer laufenden Amtszeit (bis 2015) den Chefsessel im Rathaus frei machen zu wollen: „Weil ich nicht weiß, ob ich ein 25-jähriges Dienstjubiläum erleben werde, wahrscheinlich nicht, bedeutet mir diese Aufmerksamkeit hier sehr viel.“

Als sie morgens ins Rathaus gekommen sei und den Westerländer Musikverein gesehen habe, hätte sie noch geglaubt, im Standesamt fände eine große Hochzeit statt: „Ihr habt mich kalt erwischt, aber ich bin begeistert, dass ihr mir die Ehre erweist. Feiert mit mir! Dankeschön