Das Buch des Sylter Immobilienmaklers Eric Weißmann Aber bitte mit Reet

Im Jahr 2010 haben in Schleswig-Holstein die Beschäftigten ohne Berufsausbildung
deutlich weniger verdient als der Durchschnitt aller Beschäftigten.
Sie erhielten nur 58 Prozent des durchschnittlichen Monatsverdienstes.
Zudem haben sie von den seit 2006 eingetretenen Lohnsteigerungen
kaum profitiert, so das Statistikamt Nord anlässlich einer
umfangreichen Auswertung der Verdienststrukturerhebung 2010.

Die Auswertung der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerverdienste in
Schleswig-Holstein 2010 enthält darüber hinaus viele weitere interessante
Fakten:

Die Beschäftigten in Schleswig-Holstein verdienten im Oktober 2010
durchschnittlich 2 321 Euro. Nach den gesetzlichen Abzügen von Lohnsteuer
und Beiträgen zur Sozialversicherung wurden ihnen davon
1 584 Euro ausgezahlt (68,2 Prozent des Bruttoverdienstes). Gegenüber
2006 stieg der Anteil des Nettoverdienstes am Bruttolohn damit
leicht um 1,5 Prozentpunkte.

Die Durchschnittsverdienste der Frauen lagen deutlich unter denen der
Männer. Während ein vollzeitbeschäftigter Mann durchschnittlich
2 099 Euro netto verdiente (66,8 Prozent des Bruttoverdienstes), betrug
der durchschnittliche Nettoverdienst einer Frau 1 708 Euro (65,1 Prozent
des Bruttoverdienstes). Der Verdienstabstand zwischen den vollzeitbeschäftigten
Frauen und Männern war bei den Nettoverdiensten
größer als bei den Bruttoverdiensten. Der durchschnittliche Nettoverdienst
einer Frau lag knapp 19 Prozent und der durchschnittliche
Bruttoverdienst gut 16 Prozent unter dem entsprechenden Verdienst
eines Mannes.

Die Niedriglohngrenze, unterhalb derer nach einer international verwendeten
Definition alle Verdienste als Niedriglöhne gelten, lag 2010 in
Deutschland bei einem Bruttostundenverdienst von 10,36 Euro. Gemessen
an diesem Schwellenwert arbeiteten 21,6 Prozent aller Beschäftigten
im nördlichsten Bundesland für einen Niedriglohn. 2006 lag
der Anteil der Geringverdiener mit 19,8 Prozent noch etwas darunter.

Der definierte Grenzwert für den Hochlohnbereich zur Abgrenzung der
Gruppe der Besserverdienenden lag 2010 in Deutschland bei einem
Stundenverdienst von 23,31 Euro. Gemessen an dieser Verdienstuntergrenze
zählten 13,4 Prozent der Beschäftigten in Schleswig-
Holstein 2010 zu den Besserverdienenden, fast ebenso viele wie 2006
(13,5 Prozent).

Der Verdienst steigt mit der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit. Bei
den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern lagen die Anfangsgehälter um
26 Prozent unter dem durchschnittlichen Verdienst aller Vollzeitbeschäftigten.
Bei den Arbeitnehmerinnen betrug dieser Verdienstabstand
18 Prozent.

Der Verdienst steigt mit zunehmendem Alter. Bei Frauen ist dies allerdings
weniger stark ausgeprägt als bei Männern. Vollzeitbeschäftigte
Männer im Alter von 45 bis 50 Jahren verdienten 44 Prozent mehr als
ihre 20 Jahre jüngeren Kollegen. Bei den Frauen betrug der entsprechende
Verdienstunterschied 21 Prozent. Eine Ursache: Männer steigen
häufiger nach längerer Tätigkeit in Spitzenpositionen mit hohen
Verdiensten auf, Frauen erreichen diese Positionen seltener.

Weitere Informationen zu den Verdiensten in Schleswig-Holstein stehen im
Internet zum Download zur Verfügung. Für die Verdienststrukturerhebung
2010 wurden in Hamburg und Schleswig-Holstein die Daten von 175 000
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern für den Berichtsmonat Oktober 2010
und für das Jahr 2010 ausgewertet. Die Ergebnisse beziehen sich auf Beschäftigte
in Betrieben mit mindestens zehn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.
Bei dem angegebenen Monatsverdienst handelt es sich um den
regelmäßigen steuerpflichtigen Arbeitslohn ohne unregelmäßige Sonderzahlungen.