Das Buch des Sylter Immobilienmaklers Eric Weißmann Aber bitte mit Reet

Gerade dann, wenn die kalte Jahreszeit die Insel noch fest im Griff hält, geht es auf Sylt heiß her: Am 21. Februar feiern die Friesen wieder das Biikebrennen. „Tjen di Biiki ön“, lautet der Ruf, der Sylt aus dem Winterschlaf erwachen lässt.

Neun Biikeplätze, elf Fackelzüge, geschätzte 11.000 Zuschauer beim Anzünden der Holzstapel: Das traditionelle Biikebrennen auf Sylt bewegt die Menschen – und bringt Einheimische und Gäste alljährlich am 21. Februar, dem Nationalfeiertag der Nordseeinsel, ganz nah zusammen, ganz dicht an die prasselnde Glut der brennenden Holzstapel. Die werden in tagelanger Arbeit von der Sylter Dorfjugend aufgeschichtet und stehen bis zum letzten Moment unter akribischer Bewachung. Denn schon so mancher Holzstoß ging, als Streich des Dorfnachbarn, in der Vergangenheit verfrüht in Flammen auf.

Biike, friesisch Biiki, bedeutet Feuerzeichen und steht für lodernde Flammen und eisiges Wetter, für ausgelassene Geselligkeit und tief verwurzelte Traditionen, für friesische Heimatliebe und ehrliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Und der Sylter pflegt diesen so lieb gewonnenen Brauch nicht nur mit sprichwörtlich brennender Leidenschaft, sondern teilt ihn nur allzu gern auch mit seinen Gästen. Längst haben die Sylter aber auch die Besucher der Insel in diese Gemeinschaft aufgenommen. Sie reihen sich in die Fackelzüge ein, die zu einem der neun Sylter Biikeplätze führen. Dort halten die Dorfhonoratioren ihre Reden – traditionell auf Söl’ring und auf Hochdeutsch. Dann ertönt der Ruf „Tjen di Biiki ön“ und der jeweilige Holzstapel wird gemeinsam mit einer Stoffpuppe, dem Pidder, angezündet. Sie symbolisiert den Winter, dessen Ende nun nicht mehr fern ist.

Die Ursprünge des Brauches liegen im Dunkel der Geschichte. Die ersten Bauern hofften wohl auf eine gute Ernte und die Seeleute auf unfallfreie Rückkehr, indem sie Göttervater Wotan mit dem Opferfeuer gnädig zu stimmen suchten. Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Biike zu Ehren der ausziehenden Seefahrer und Walfänger entzündet. Die Lichter sollten den Männern, die für mehrere Monate fernab von der schützenden Insel ihren Lebensunterhalt verdienen mussten, Glück bringen und Mut zusprechen. Möglicherweise wollte man aber auch Piraten vertreiben oder böse Geister oder dem Winter die warme Schulter zeigen. Im 19. Jahrhundert schließlich appellierten die Biiken an das friesische Gemeinschaftsgefühl: Sie sollten die Zusammengehörigkeit der Sylter stärken.

Kaum sind die Feuer erloschen, geht es in eines der zahlreichen Inselrestaurants – Tischreservierungen werden dringend empfohlen. Hier kommt der obligatorische Grünkohl „mit alles“, also mit karamellisierten Bratkartoffeln, Kassler und Kochwurst hinzu. Bis spät in die Nacht sitzt man beisammen, man „klönschnackt“ über dies und jenes und freut sich auf den nächsten Tag, den Pidersdai (Petritag).

 

Zur Biike nach Sylt: Arrangement „Biikehit Sylt“

• 5 Übernachtungen in einer Ferienwohnung auf Sylt

• wahlweise An- u. Abreise mit der Bahn in der 2. Klasse (pro Person) oder Hin- und Rückfahrt (1 PKW) Sylt Shuttle

• ADAC-Reiseführer “Sylt” (pro Buchung)

• 1 Fackel pro Person

Preis pro Person: ab 209 Euro

 

Buchungszeitraum: 17. bis zum 24. Februar 2013

Buchungskontakt: Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS), Fon: 04651 – 9980, www.insel-sylt.de

Foto: © Sylt Marketing