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Westerland/Sylt. „Barrierefreies Denken sollte statt der Ausnahme eine Selbstverständlichkeit sein“, betont das Deutsche Seminar für Tourismus, die zentrale Weiterbildungseinrichtung der deutschen Tourismuswirtschaft. „Barrierefreier Tourismus hat großes Potential. Menschen mit Behinderungen zeigen eine klare Präferenz für einen Inlandsurlaub“, unterstreicht die Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TASH). Auch der Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) hat in den vergangenen Jahren die Barrierefreiheit bei baulichen Planungen und Einrichtungen verstärkt berücksichtigt. Das wurde nun belohnt: Nachdem eine Prüfgruppe der TASH drei Tourist-Infos detailliert inspiziert hatte, wurden die Urkunden für „geprüfte Barrierefreiheit“ überreicht.

 „Wir freuen uns über diese Auszeichnungen für die Tourist-Infos am Westerländer Congress Centrum, am Westerländer Bahnhof sowie in Rantum sehr“, erklärte Bernd Früsemers, der beim ISTS für die Tourist-Infos verantwortlich zeichnet. Für ihn sei Barrierefreiheit ein wichtiger Aspekt: „Davon profitieren zudem nicht nur Menschen mit Handicap, sondern auch ältere Gäste oder Mütter mit Kinderwagen.“ Während man einige Gesichtspunkte wie etwa die Breite der Eingangstüren schon im Vorfeld berücksichtigt habe, erfolgten andere Veränderungen nachträglich: „In der Tourist-Info Rantum beispielsweise wurden die Beschilderungen deutlich tiefer befestigt, so dass sie auch für Rollstuhlfahrer gut erkennbar sind.“ Die Auszeichnungen seitens der TASH seien ein Ansporn, weitere Optimierungen vorzunehmen, unterstrich Früsemers.

Diese Aussage fand die volle Zustimmung von Fenja Gengelazky: „Eben dies ist das Ziel des Projekts „Tourismus für alle“, nämlich Impulse für die Barrierefreiheit zu geben“, erläuterte die TASH-Projektmanagerin bei der Übergabe der Urkunden. Vornehmlich touristische Betriebe, aber auch das Beherbergungsgewerbe nehmen an dem Projekt teil. Bislang sind landesweit 22 Prüfungen abgeschlossen, so dass der ISTS zu den Vorreitern gehört und als erster Betrieb auf Sylt zertifiziert wurde. Dabei wurden von der TASH-Prüfgruppe zahlreiche Kriterien bewertet, angefangen von den Zugängen über die Bewegungsflächen in den Tourist-Infos bis hin zu Sitzmöglichkeiten.