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Vor einigen Wochen hat ein neuer Cashmere-Store in List eröffnet, wir haben darüber berichtet. Nun waren die Designer der Marke, Glenda Scipio und Stephan Fahning, persönlich auf der Insel. Als Modefan habe ich mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen und habe die beiden im Boya Beach House besucht. Was dabei herauskam? Ich füttere mein Sparschwein (ich habe wirklich eins) jetzt noch intensiver, um möglichst bald in den Besitz einer dieser superkuscheligen Jacken zu kommen.

Stephan Boya

 

Liebe fürs Produkt

Auch vor dem Treffen mit Glenda und Stephan war ich verliebt in die schönen Strickwaren. Feinstes Cashmere ist eben einfach wunderbar. Nachdem ich das sympathische Designerpaar kennengelernt habe, weiß ich nun auch, wieviel persönliche Leidenschaft in jedem Teil steckt. Kennengelernt haben sich die beiden vor vielen Jahren in Miami, damals noch für die Werbebranche tätig. “Wir wollten einfach unsere eigenen Ideen umsetzen,” erklärt Stephan Fahning. “Wir wollten Produkte herstellen, die uns selbst begeistern. Hinter denen wir mit all unserer Leidenschaft stehen, in die wir unseren Elan und unser ganzes Herzblut stecken.” Eine Modemarke lag da nahe. Denn schon die Eltern von Stephan kamen aus der Branche und Glenda hatte sowohl Design studiert als auch als Model gearbeitet.

Stephan Boya

“Für Cashmere haben wir uns entschieden, weil es einfach das schönste Material der Welt ist”, ergänzt Glenda Scipio. “All unsere Produkte tragen wir selber gerne, da steckt unsere DNA drin.” Natürlich tragen beide auch heute Teile aus der eigenen Kollektion und man sieht, dass sie sich darin wohlfühlen. Logisch. Die Sachen sind ja auch unglaublich gemütlich, wie eine Couch zum Anziehen sozusagen. Ich weiß das, denn natürlich konnte ich einer kleinen Anprobe nicht widerstehen. “Unsere Mode soll selbstverständlich sein, nichts Konstruiertes. Wir entscheiden immer gemeinsam, was auf den Markt kommt. Da fällt dann schon mal ein Teil durch.” Stephan trägt die graublaue Strickjacke, die mir direkt beim Hereinkommen ins Auge gefallen war. Klarer Schnitt, dichtes und hochwertiges Material, dezente und trotzdem auffallend schöne Farbe – ein Hingucker. Gut, dass die nicht durchgefallen ist.

Slow Shopping

Es geht um Klasse und nicht um Masse, das strahlt der ganze Laden aus. Der Store in List ist übrigens der einzige der Marke, sonst werden Pulli, Schal & Co. deutschlandweit nur im Sortiment ausgewählter Boutiquen verkauft. “Wir haben lange gebraucht, eine geeignete Location zu finden. Hier in List ist alles perfekt – das Licht, die Lage, der Blick auf die Dünen, ” freut sich Glenda. “Wir wollen mit unserer Mode und der Einrichtung ein Lebensgefühl vermitteln. Hier kann man herkommen, sich umschauen, auf eine Bank setzen, einen Kaffee trinken. Ohne Druck, ganz entspannt. Wenn man will, kann man sogar die Bank kaufen oder das Regal. Dann dekorieren wir eben kurzerhand um.” Stephan stimmt zu: “Es geht nicht um schnelles Einkaufen. Die Kunden können sich in Ruhe inspirieren lassen. Unsere Mode ist langlebig und zeitlos. Die Farben und Schnitte fügen sich nahtlos in verschiedene Modetrends ein.”

Stephan Boya

Damit setzt die Marke ein Signal gegen die Wegwerfgesellschaft. Denn was ist nachhaltiger, als eine Lieblingsjacke, die man über viele Jahre gerne trägt. Ich habe selbst so eine (leider nicht aus Cashmere) von meinem Opa, eine Jacke mit Geschichte. Apropos Opa. Die schönen Stricksachen sind übrigens auch alterslos. Es gibt eine kleine (entzückende) Kollektion für Babys und alle anderen Sachen passen zu Jung und Alt gleichermaßen. Der Beweis kommt in diesem Moment in den Laden spaziert. Die 21-jähige Tochter der beiden steckt in einem Kuschelpulli und grinst:” Den hab ich aus Mamas Schrank genommen. Sie hat gesagt, ich darf das hier auf Sylt.” Die eigenen Kinder als Botschafter – das ist eindeutig ein gutes Zeichen.

Klar, gute Ware hat ihren Preis. “Gutes Cashmere ist wie Gold. Es kommt auf die Waage, der Preis richtet sich nach dem Gewicht.” Oh je, die dicke Strickjacke und die tolle Kuscheldecke sind ziemlich schwer. Dafür halten sie natürlich auch richtig lange und richtig warm. Die Investition lohnt sich also.

Angekommen auf Sylt

Großen Wert legen Glenda und Stephan auch auf gute Nachbarschaft. Mit Nachbarn wie der Sylter Eismanufaktur, den Sylter Suppen von Maurice, Mylin-Einrichtung und Bo von Dünenstrauss fällt das nicht schwer. “Gerne sitzen wir mit den Kollegen hier abends noch zusammen.” Auch die Zusammenarbeit mit Sylter Firmen ist  Stephan Boya als Neuankömmling in List wichtig, zum Beispiel mit Tim & Co aus Tinnum.

Ich mag Stil, Eis, ich mag Suppe, ich mag Design, ich mag Cashmere – der Dünenhof in List scheint mein kleines persönliches “Raus aus dem Alltag”-Paradies zu werden. Und ich mag dieses wirklich sehr nette Designerpaar – eigentlich schade, dass sie nicht immer persönlich auf der Insel sind.

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