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Hamburg/Sylt. In einem ungewöhnlichen Spendenwettbewerb für einen neuen Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist eine weitere wichtige Marke überschritten: Bereits mehr als 500.000 Euro haben Sylt- und Hamburg-Freunde aus ganz Deutschland für das neue Spezialschiff seit März dieses Jahres gespendet. Die Seenotretter freuen sich sehr über die außerordentlich positive Resonanz und danken allen Spendern herzlich. Unter dem Titel „Reetdach gegen Reeperbahn!“ hat sich nach langer Führung Sylts nun Hamburg einen deutlichen Vorsprung von gut 140.000 Euro herausgearbeitet (aktueller Stand: www.reetdach-gegen-reeperbahn.de). Für alle Sylt-Liebhaber heißt es jetzt, sich kräftig ins Zeug zu legen. Denn der Spenden-Endstand im Herbst wird entscheiden, ob das neue Schiff, das in List stationiert werden soll, einen Namen mit Bezug zu Sylt oder zu Hamburg erhält.

Da die ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanzierte DGzRS bis zur Taufe Ende 2013 auf diese Weise aber mindestens 1,8 Millionen Euro für das insgesamt gut fünf Millionen Euro teure Spezialschiff sammeln will, können sich die Hamburg-Freunde noch längst nicht zurücklehnen. Der Wettbewerb bleibt also spannend.

Wer online spendet, kann neuerdings seinen Namen und einen Kommentar auf der Seite www.reetdach-gegen-reeperbahn.de hinterlassen – und sofort sehen, wie sich der Spendenstand ändert. Spenden per herkömmlicher Überweisung auf das Konto 107 2016 bei der Sparkasse Bremen (BLZ 290 501 01) sind unter Angabe von „Aktion Sylt“ oder „Aktion Hamburg“ weiterhin möglich. Von unterwegs ist die Hilfe per SMS mit dem Wort „Sylt“ oder „Hamburg“ an die Nummer 8 11 90 besonders schnell. Dann werden fünf Euro über die reguläre Handyrechnung abgerechnet.

Angesichts der Gefahren im Einsatz benötigen die Seenotretter stets moderne, zuverlässige und sichere Schiffe. Der neue Seenotkreuzer ist das vierte Schiff der 20-Meter-Klasse der DGzRS. Er entsteht unter der internen Bezeichnung SK 34 auf der Fassmer-Werft an der Unterweser. Wie alle Schiffe der DGzRS wird er vollständig aus Aluminium gebaut und als Selbstaufrichter konstruiert.

Von der Einsatzbereitschaft der Seenotretter können sich Urlauber, Tagesgäste und Küstenbewohner am Tag der Seenotretter (28. Juli) auf vielen DGzRS-Stationen überzeugen (Details: www.seenotretter.de/termine). Denn trotz aller Technik stehen nach wie vor die Menschen im Mittelpunkt: 180 fest angestellte und etwa 800 freiwillige Seenotretter sind mit 60 Rettungseinheiten der DGzRS an Nord- und Ostseeküste jederzeit einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Sie fahren raus, wenn andere reinkommen – freiwillig und selbstlos, mehr als 2.000 Mal im Jahr. Die SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) der DGzRS koordiniert zentral alle Einsätze. Seit Gründung der DGzRS im Jahr 1865 verdanken mehr als 80.000 Schiffbrüchige den Seenotrettern schnelle Hilfe.

Nach wie vor wird die gesamte Arbeit der DGzRS ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. 85 Cent jedes gespendeten Euros gehen direkt in den Rettungsdienst. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident. Zahlreiche Prominente engagieren sich als ehrenamtliche „Bootschafter“, darunter Schauspieler Jan Fedder, Fernsehkoch Tim Mälzer, Autor Frank Schätzing, Moderatorin Bettina Tietjen und – in diesem Jahr – ihr Kollege Yared Dibaba.

 

Foto: DGzRS