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Der Abschuss zahlreicher junger Robben in Schleswig-Holstein hat in den letzten Tagen bundesweit für Negativschlagzeilen gesorgt.

Nun fordert der Tierschutzverein Deutsches Tierschutzbüro e.V. von Schleswig-Holsteins Umweltminister Dr. Habeck, den Abschuss zu stoppen. Aus Sicht der Tierschützer sollten Tierärzte und nicht Jäger die Erstversorgung von jungen und kranken Robben übernehmen.

Seehunde unterliegen in Deutschland noch immer dem Jagdrecht, auch wenn sie ganzjährig geschont und daher nicht gejagt werden. Trotzdem wurden in den letzten Monaten in Schleswig-Holstein zahlreiche junge Robben von Jägern erschossen. Denn die Entscheidung über Leben oder Tod von jungen oder kranken Seehunden dürfen in Schleswig-Holstein 40 von der Landesregierung eingesetzte Seehundjäger treffen.

Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbüro e.V. ist dies nicht hinnehmbar. Der Verein fordert, von Schleswig-Holsteins Umweltminister sich für die Streichung des Seehundes aus der Liste der jagdbaren Arten einzusetzen und dafür Sorge zu tragen, dass zukünftig Tierärzte die Erstversorgung von jungen Robben übernehmen und nicht Jäger.

Stefan Klippstein, Sprecher des Vereins und selbst ausgebildeter Tierpfleger, erklärt: “Um den Gesundheitszustandes eines Tieres und seine Überlebenschancen richtig einschätzen zu können, braucht es viel Erfahrung und Fachwissen. Tierärzte, die ein mehrjähriges Hochschulstudium absolviert haben, sind für diese Aufgabe wesentlich besser geeignet, als Jäger, die sich naturgemäß eher mit toten, als mit lebenden Tieren beschäftigen.”

Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. hat dazu auch eine Online-Protestkampagne gestartet. “Die Resonanz ist sehr positiv”, so Klippstein, “viele Menschen sind der Meinung, dass man jungen und kranken Wildtiere tierärztlich behandeln und nicht in den Kopf schießen sollte.” In den ersten Stunden haben bereits 1.500 Menschen mitgemacht. “Wir gehen davon aus, dass Ende der Woche über 10.000 Menschen unseren Protest unterstützt haben werden” so Klippstein abschließend.