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Schleswig-Holsteins Landesregierung unternimmt einen Vorstoß zur Reform des Staatsangehörigkeitsrechts. Innenminister Andreas Breitner wird sich auf der Integrationsministerkonferenz an diesem Mittwoch und Donnerstag in Dresden (Sachsen) für die Einführung der generellen Mehrstaatigkeit einsetzen. „Menschen haben heute häufig mehrere kulturelle Wurzeln und nicht nur eine Heimat“, sagte Breitner am Dienstag, den 19. März 2013 in Kiel. Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht müsse einer globalisierten Welt angepasst werden und deshalb Mehrstaatigkeit generell zulassen. Der Grundsatz der Vermeidung von Mehrstaatigkeit sei längst überholt. Die Verleihung der Staatsangehörigkeit sei kein Gnadenakt, sondern liege im Interesse des Staates.

„Mehrstaatigkeit fördert die Integration“, sagte Breitner. Wichtig sei, dass Migranten am gesellschaftlichen Leben teilnähmen. Die Frage, ob sie nur eine oder mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, sei nicht entscheidend. Der Minister erinnerte daran, dass EU-Bürger bereits jetzt ihre bisherige Staatsangehörigkeit behalten dürfen, wenn sie die deutsche erwerben. Außerdem seien Kinder aus Ehen, in denen Vater und Mutter unterschiedliche Staatsangehörigkeiten haben (so genannte binationale Ehen), grundsätzlich Mehrstaater. Und mehr als die Hälfte aller Einbürgerungen erfolge heute schon unter Hinnahme von Mehrstaatigkeit. Ernste oder gar unüberwindbare rechtliche Probleme mit der Mehrstaatigkeit gebe es nicht mehr.

Die Zahl der Einbürgerungen in Schleswig-Holstein nimmt seit Jahren stetig ab. Im Jahr 2000 erwarben 5.639 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit, 2011 waren es nur noch 3.029. Das entspricht einem Rückgang um rund 46 Prozent.