Da lacht das Friesenherz: die Biike brennt und ein Ende der kurzen dunklen Tage ist in Sicht. Der ursprünglich zur Verabschiedung der Walfänger dienende Brauch verabschiedet eindrucksvoll den Winter, auch wenn am 21. Februar nicht ad hoc frühlingshafte Temperaturen zu erwarten sind. Dafür wärmt das Feuer, der Klönschnack, der Schnaps – und nicht zuletzt das gemeinsame Singen der  Sylter Nationalhymne Üüs Sölring Lön.

Der Pidder brennt

Besonders heiß wird es für Pidder, der als  Symbol für den Winter den Petritag selbstredend nicht mehr erleben darf. Pidder ist eine Strohpuppe oder einfach ein auf einem Pfahl steckendes Fass. Er thront mitten in der Biike, einem aus brennbaren Gehölzen und ausgedienten Weihnachtsbäumen angehäuften Hügel. Zumindest solange, bis das Signal „Tjen di Biiki ön“ („Zündet die Biike an“) zum Anzünden des Feuers ertönt. Eine Weile noch hält er sich wacker – doch irgendwann bringen ihn die Flammen unter dem Johlen der Zuschauer zum Sturz und damit zum Verbrennen.

Das Publikum feuert das Schauspiel gut gelaunt mit Reden und fliegenden Fackeln an und singt zum Abschluss feierlich die Sylter Hymne Üüs Söl’ring Lön.

Grünkohl für alle

Der Winter ist nun vertrieben und die Biike nur noch ein glühender Haufen. Zeit, der Jugend Platz zu machen, die gerne im Schutz der Dunkelheit noch ein wenig unter sich ist. Für alle anderen kommt jetzt  der gemütliche Teil. Gemeinsam mit Freunden und Familie geht es traditionell zum Grünkohl essen. Ob zu Hause oder im Restaurant – Hauptsache deftig mit süßen Kartoffeln, Schweinebacke, Kassler und Co. sowie dem ein oder anderen alkoholischen Getränk. Der Abend kann schon mal länger werden und so manch einer erwacht am nächsten Tag mit dickem Kopf.