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Beim Krabbenfischereitag in Büsum hat Fischerei- und Umweltminister Robert Habeck eine positive Zwischenbilanz zu Forschungsprojekten für eine nachhaltigere Fischerei gezogen. „In der Diskussion zwischen den Krabbenfischern und mir schlugen im vergangenen Jahr die Wellen teilweise hoch. Seit dem Herbst haben sich die Wogen aber geglättet und das Gegeneinander hat sich in ein konstruktives Miteinander gewandelt. Gemeinsam richten wir unser Augenmerk auf die Frage, wie eine nachhaltige Krabbenfischerei in dem spektakulären Naturgebiet Nordsee entwickelt und gesichert werden kann“, sagte der Minister heute, den 28. März 2014 in Büsum.

Traditionell finden die Fischer beim Krabbenfischereitag deutliche Worte für ihre Sorgen und diskutieren ihre Anliegen mit der Politik und Verwaltung. Nachdem die Krabbenfischerei in den Jahren 2011 und 2012 durch massiven Preisdruck in große wirtschaftliche Nöte geraten war, konnten sie das Jahr 2013 wieder mit guten Ergebnissen abschließen. Insofern ist der Blick der Fischer in die Zukunft diesmal optimistischer als in den Vorjahren ausgefallen. Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung war die Vorstellung verschiedener wissenschaftlicher Projekte unter Überschrift „Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Krabbenfischerei.. Gemeinsam mit Niedersachen und der Bundesregierung engagiert sich Schleswig-Holstein für umweltgerechtere Fangmethoden, energieeffizientere Schiffe beziehungsweise Prozesse an Bord und unterstützt das Anliegen der Fischer, eine Zertifizierung mit dem Nachhaltigkeitssiegel MSC zu erhalten.

Minister Habeck erklärte: „Wir unterstützen die Fischer ausdrücklich dabei, die Nachhaltigkeit der Krabbenfischerei zu erhöhen. Einige Zwischenergebnisse der heute hier vorgestellten Forschungsprojekte zeigen deutlich, dass bei Fanggeräten und Energieeffizienz der Schiffe noch ordentlich Luft nach oben ist. Wir werden diese Forschung in den kommenden Jahren weiter fördern. Gleichzeitig hoffen wir, dass die Fischer die neuen Erkenntnisse umsetzen. Dabei wollen wir mit dem Europäischen Fischereifonds gerne weiter unterstützen.“

Habeck bedankte sich bei den vielen kooperationsbereiten Fischern und den beteiligten Forschungseinrichtungen für ihr Engagement. „Die Krabbenfischerei findet ganz überwiegend im Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer statt“, so der Minister. „Eine Fischerei im Einklang mit den Zielen des Nationalparks ist letztlich gut für alle – für gute Fang- und Vermarktungsmöglichkeiten auf Basis gesunder nachhaltig befischter Bestände, gleichermaßen aber auch für die besonders sensiblen und geschützten Bereiche des Nationalparks. Hier gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten, die wir gemeinsam angehen sollten.“

Vorgestellt wurden heute in Büsum drei bereits laufende Forschungsvorhaben zur Krabbenfischerei. Die Fachhochschule Kiel hat zusammen mit weiteren Partnern verschiedene Produktinnovationen zur Verringerung des Energieeinsatzes auf Krabbenkuttern entwickelt und auf Schiffen einiger kooperierender Fischer erfolgreich eingebaut und getestet (z. B. energiesparende Krabbenkocher, Möglichkeiten der Wärmerückgewinnung an Bord). Der Erfolg des Projektes hängt nun davon ab, dass weitere Fischer diese Innovationen aufgreifen und entsprechende Investitionen auf ihren Schiffen durchführen.

Die Thünen-Institute für Ostsee- und Seefischerei untersuchen zusammen mit kooperierenden Krabbenfischern die Einsatzmöglichkeiten einer sogenannten „elektrischen Baumkurre“. Dabei werden bei einer herkömmlichen Krabben-Baumkurre möglichst viele Rollen am Rollergeschirr durch leichte Elektroden ersetzt. Mit diesen Elektroden wird ein elektrisches Feld vor der Netzöffnung erzeugt, das die Nordseegarnelen stimuliert, das Sediment zu verlassen. Dadurch sollen die Fangeffektivität für die Garnelen gesteigert, die Beifänge anderer Arten aber gleichzeitig deutlich gesenkt werden. Außerdem verringert sich die Beeinflussung des Meeresbodens durch das leichtere Fanggeschirr. Das Projekt befindet sich noch mitten in der Versuchsphase, erste Erfolge zeichnen sich jedoch ab.

In einem dritten Projekt, das ebenfalls die Thünen-Institute zusammen mit der Universität Hamburg und dem Landesfischereiverband Weser-Ems durchführen, geht es um die Optimierung der Netze zum Krabbenfang. Zwischenergebnisse wurden heute erstmals in Büsum vorgestellt. So zeigt das Projekt ermutigende Reserven in der Gestaltung der Netze zur Verringerung von Beifängen auf.

Die Ergebnisse dieser Projekte lassen sich in Zukunft auch kombinieren, was auf weitere Synergien hoffen lässt. Dazu wird das Thünen-Institut in einem Dachprojekt die gesamte relevante Forschung zur Krabbenfischerei der vergangenen Jahre auswerten und Vorschläge zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der deutschen Krabbenfischerei erarbeiten. Entsprechende Vereinbarungen zwischen Wissenschaft und Praxis wurden bereits getroffen.