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Wer schon immer einmal eine kulinarische Weltreise machen wollte, ohne das Sylter Eiland zu verlassen, der war bei der Gourmet-Safari 2014 goldrichtig. Mit dem Oldtimerbus bequem von einem Snack-Point zum nächsten chauffiert, genossen die Gäste in fünf gastlichen Häusern dieser Insel insgesamt elf internationale Gänge sowie zehn weitgereiste Weine in sieben Stunden.

Startpunkt der kulinarischen Safari war wie immer „Das kleine Restaurant“ von Franz Ganser in Westerland, der sowohl mit seinem Sterne-Gastkoch Holger Berens (Düsseldorf) als auch mit seinem hochdekoriertem Winzer Rainer Schnaitmann (Württemberg) und dem „Trüffel-Papst“ Ralf Bos (Düsseldorf) Vollgas gab. Die beiden Gänge aus Berens Küche standen ganz unter dem Motto „Zauber des schwarzen Perigord-Trüffels“, der vom Feinkosthändler Bos frisch und üppig über die Gerichte gehobelte wurde. Mit seinen vier Kilo Trüffel im Gepäck, kam der Fachbuchautor und „Grand Seigneur des Jahres 2012“ gerade so aus und orderte während der Safari lieber noch einmal nach. Ausreichend feine Tropfen hatte dagegen der „Stararchitekt des deutschen Weinbaus“ Rainer Schaitmann dabei und schenke den Gästen zur Jacobsmuschel auf Wildkräutern und Trüffel-Vinaigrette einen feinherben Gewürztraminer ein, der zu den gefüllten Ravioli mit Trüffel von einem Riesling Großes Gewächs abgelöst wurde, der durch extreme Länge und starke Extraktion nachhaltig beeindruckte.

Wer nun meinte, dass es an der zweiten Safari-Station schwer werden würde, diesen Genuss zu toppen, der kennt Detlef Tappe vom Walter’s Hof in Kampen nicht. Das Koch-Team seiner Wahl – Kristian Arpe-Møller and Rune Amgild Jochumsen aus dem Kopenhagener Sterne-Restaurant „formel B“ – eroberte die Herzen der Gourmets mit skandinavischer Leichtigkeit und servierte in drei Gängen das Beste aus dem Meer (geliefert vom Seafood-Flagschiff Deutsche See). Königslachs, Austern und Hummer fanden ihre würdigen Begleiter in den Spitzen-Weinen des Château Musar, die Winzer Marc Hochar aus dem Libanon mitgebracht hatte. Zum Lobster schenke er den roten 1998 Château Musar ein, dessen Aromen aus Syrah-, Carignan- und Cinsault-Trauben feinwürzig harmonierten. Der Favorit der meisten Gäste war allerdings der Weiße, dessen Geschmack sich fern aller bekannter Dimension bewegte. Mit satter Farbe und fruchtiger Süße in der Nase überraschte die Cuvée aus edelsten Semillon und Chardonnay-Trauben mit einer Restsüße von 0%. 7000 Jahre Libanesische Weingeschichte, die man schmecken konnte…

Nur einen Steinwurf entfernt wartete Pius Regli vom „Manne Pahl“ mit den nächsten Gängen, die vom 32-jährigen Shooting-Star Anton Schmaus aus Regensburg gezaubert wurden. Bevor er im April sein neues Sterne-Restaurant „Sour Start“ eröffnet, offerierte er den Sylter Gourmets eine „Garden Roll“ mit Balik Lachs und ein in der Kaviardose serviertes „Beef Tatar“ – natürlich mit Kaviar, dem edelsten aller Feinkostprodukte aus dem Caviar House Prunier. Auch hier verlangten die erlesenen Zutaten nach besten Tropfen, die vom Château La Gordonne (dem Weingut der Pommery-Gruppe) kamen. Provenzalische Raffinesse, Savoir-vivre, Eleganz und die Sonne des Südens in Rosé und Weiß verewigt, machten den Safari-Teilnehmern Lust auf mehr.

Nämlich auf den nächsten kulinarischen Boxenstopp beim Relais & Châteaux Grand Chef Holger Bodendorf und seinem „Landhaus Stricker“. Sein Gastkoch, ebenfalls ein Grand Chef, reiste aus Kalifornien an. Justin Cogley, aus dem legendären „Aubergine“ in San Francisco, widmete sich in zwei Gängen den Produkten, die der Gourmet-Fleisch-Experte Wolfgang Otto im Gepäck hatte. Unter den Händen Cogleys wurde der Sous-vide gegarte Bauch vom glücklichen Limburger Klosterschwein zu einer Offenbarung, die nur noch vom edlen Wagyu Strip Loin (Kobe Rind) getoppt werden konnte. Selbiges stammte nämlich direkt vom weltbekannten Züchter Dan Morgan aus Nebraska, den eine Erkrankung vom Gourmet Festival fern hielt. Passend zum sensationellen Fleisch präsentierte das kalifornische Weingut Robert Mondavi seine flüssigen, roten Schätze, die die Safari-Gäste endgültig in den kulinarischen siebten Himmel entführten.

Da tat ein Tässchen Tee mehr als gut und so endete der Schlemmer-Marathon am späten Nachmittag im Kontorhaus von Franziska und Wolfgang Zaeske. Die hielten aber nicht nur Tee bereit, denn das italienische Weingut Felluge schenkte zu den beiden letzten Gängen Merlot und Carantan aus dem Friaul ein. Beide passten hervorragend zu den norddeutschen Rohmilchkäsesorten aus der Bio-Käserei Backensholz, die den Magen auf das schönste schlossen. Doch zuvor servierte Sternekoch Michael Fell vom Tegernsee seinen grünen Teebisquit mit Kräutern sowie einen sahnigen Ziegenfrischkäse mit Rosmarinhonig und bereite seinem  Namen als Food-Poet und Chef der „Dichterstub’n“ in Rottach-Egern alle Ehre.

Fotos: Jever Gourmet Festival / Georg Supanz