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Kiel/Sylt. Im vergangenen Jahr waren Jugendliche in Deutschland nach eigener Einschätzung montags bis freitags täglich drei Stunden online. Im Jahr 2012 waren es noch etwas über zwei Stunden. Das ergaben die JIM-Studien (Jugend-Information-(Multi)Media-Studien) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest der Jahre 2012 und 2013. Nahezu jeder Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren war 2013 zumindest gelegentlich online. In allen Haushalten, in denen Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren aufwachsen, ist ein Internetanschluss verfügbar (97 Prozent), den die meisten Jugendlichen im eigenen Zimmer nutzen können (88 Prozent). Der Besitz eines Handys ist für Jugendliche bereits seit mehreren Jahren selbstverständlich. 2012 besitzen 72 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone. Die hohe Nutzungsdauer und der unkontrollierte Internetzugang lösen bei vielen Eltern Fragen und Ratlosigkeit aus und führen in einigen Familien zu dauerhaften Konflikten.

Rund 100 Fachkräfte aus psychosozialen, pädagogischen und medizinischen Berufen diskutierten darüber am Montag im Landeshaus in Kiel. Zum Fachtag “Medien-Erziehungsberatung” eingeladen hatten die Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung, das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein und das Diakonische Werk.

Für die Mitarbeitenden der Erziehungsberatungsstellen in Schleswig-Holstein ist die Beratung zu Fragen der Internetnutzung inzwischen zu einer fachlichen Herausforderung geworden, wenn betroffene Familien aus eigener Kraft keine Lösung finden und sich an die Fachleute wenden.

Jugendministerin Kristin Alheit betonte anlässlich der Tagung: “Handy- und Internetnutzung sind selbstverständlicher Bestandteil der Lebenswelt junger Menschen, die Jugendlichen viele Chancen und kreative Möglichkeiten bieten. Zugleich ist die Nutzung mit Risiken verbunden. Eine wichtige Aufgabe des Jugendschutzes ist es daher, Jugendliche und ihre Eltern zu unterstützen, die Risiken der Internetnutzung besser einschätzen zu können und ihnen zu begegnen. Familien sollten die Risiken gemeinsam benennen und besprechen”.

“Die neuen Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Entscheidend für die ganze Familie ist ein maßvoller Umgang” so Matthias Heinsohn-Krug, Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung. “Wichtig ist, dass Eltern dies vorleben und sich für das interessieren, was ihre Kinder in den Medien konsumieren”. Marijke Kaffka-Backmann vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein unterstrich: “Eltern sollten darüber im Bilde sein, was ihre Kinder und Jugendlichen im Netz sehen und tun und mit ihnen über die Risiken und Chancen sprechen”.

Ungelöste Probleme im realen Leben bilden für manche Jugendliche den Hintergrund für eine suchtartige Entwicklung mit einer exzessiven Nutzung, hieß es auf der Tagung. Die Betroffenen können ihren Medienkonsum nur noch eingeschränkt steuern, es kommt zu Entzugserscheinungen und die Anforderungen des realen Lebens werden kaum noch bewältigt. Zu den Schattenseiten der Internet-Nutzung gehören zudem das Cybermobbing innerhalb von sozialen Netzwerken, der einfache Zugang zu Pornografie, sowie die ungewollte Verbreitung von Intimfotos und -filmen.

Die Teilnehmenden der Tagung sind sich dennoch einig, dass die Mehrzahl der Jugendlichen nach wie vor im “real life” gut verankert ist, sich regelmäßig mit Freunden trifft, Sport treibt und sich innerhalb der Familie austauscht.