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Jobs auf Sylt

Jobs auf Sylt – Hammer & Herz schlägt den Algorithmus

 

Wir waren zu Besuch in einem wunderschönen Haus in Kampen bei Gabriele Pochhammer von Hammer & Herz.

Klingt wie ein Dachdeckerbetrieb. Doch hinter dem rustikalen Namen verbirgt sich eine Partnervermittlung. Dies alleine wäre aber noch kein Interview wert. Unserer Recherche nach, gibt es rund 17 (!) Millionen Singles in Deutschland. Wir gehen davon aus, dass ein Großteil davon über 50 Jahre alt ist, denn der Altersdurchschnitt verschiebt sich immer weiter nach oben. Die Babyboomer-Generation erreicht in den Demographiewerten so langsam den Zenit. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Während der Jugendwahn befeuert wird, werden die Deutschen immer älter. In einigen Wirtschaftsbereichen wird dem schon Rechnung getragen. Reisen, Sport, Entertainment – viele Angebote verschieben sich in den Bereich Ü50. Da macht es durchaus Sinn, eine Partnervermittlung für Menschen in der zweiten Lebenshälfte zu eröffnen.

Wer sich im Alter noch mal verliebt, hat genau die gleichen Gefühle wie damals mit 17″

sagt Uwe Kleinemas, Alternsforscher an der Universität Bonn. Doch viele ältere Singles haben ein Problem damit, einen neuen Partner zu finden. Das eigene Selbstverständnis dürfte dabei eine große Rolle spielen. Sechzig Jahre fühlt sich heute wie vierzig an. Die Kinder der Nachkriegsgeneration sind anders gealtert als ihre Eltern. Man(n) hat Karriere gemacht, die Frauen sind nach dem alten Klischeebild erzogen worden. Die Unsicherheit, nicht mehr attraktiv zu sein ist dem eigenen Selbstbewußtsein nicht sehr zuträglich und verhindert vielleicht das aktive Suchen nach einem neuen Partner. Der Tod des langjährigen Lebensgefährten und das Gefühl, man müsse ihm treu bleiben, es gibt viele bekannte und unbekannte Gründe, für die Vereinsamung im Alter.

Das Verständnis dafür kann kein Algorithmus erfassen.

All die Partnervermittlungen, die auf diesen mathematischen Kniff setzen, verlassen sich auf die künstliche Intelligenz. Dies mag bei mathematischen Formeln funktionieren, nicht aber wenn es um Emotionen geht. Gabriele Pochhammer hat ihre Bestimmung mit „Hammer & Herz“ gefunden. Nachdem Ihr Ehemann 2017 gestorben ist, fiel sie in ein tiefes Loch und versuchte, die Trauer zu bewältigen. Sie machte eine Trauertherapie und nach einer Zeit des Trauerns war ihr klar:

Das Leben geht weiter

Gabriele folgte dem Impuls und meldete sich bei einer Partnervermittlung an. Nach einer Weile folgte die nächste. Desillusioniert kündigte sie, analysierte was dort falsch läuft und begann mit dem Geschäftskonzept für eine eigene Partnervermittlung. Der Erfolg gibt ihr recht. Statt auf Masse setzt sie auf Klasse. Sie kümmert sich um ihre Klienten und begleitet sie bis zum… kann man sagen: Erfolg? Der Aufwand, denn die 62-jährige betreibt, ist hoch. Auch sie setzt auf Fragebögen zur Auswertung. Doch die Fragen unterscheiden sich von denen, anderer Vermittlungen. Hier findet sich ein gravierender Unterschied zum „Althergebrachten“. Nicht nur, dass sie Fragen stellt, die überraschend sind – sie sorgt, wenn es sein muss auch für die Tischreservierung, den Flug, die Hotelsuite oder den Chauffeur. Es soll perfekt sein. Vertrauen ist wichtig.

Vertrauen ist der Grundstein jeder Beziehung

Das Alter spielt keine Rolle. Im Interview reden wir auch darüber, dass sich die Art der Liebe im Alter nicht großartig verändert. Natürlich ist der Sex nicht mehr der, den man mit 20 hat. Doch intensiv bleibt er. Vielleicht sogar ein wenig intensiver. Man wird trotzdem ruhiger, sehnt sich nach Zweisamkeit, gemeinsamer Zeit, Essen und langen Spaziergängen. Der geistige Austausch ist wichtig. Gabriele und ihr Team haben nur ein Problem: Männer! Verhältnismäßig klein sind derlei Karteieinträge bei ihr im Büro. Es gibt einen Frauenüberschuss. Auch dies findet sich in den Demographiewerten wieder. Deshalb hat sie auch einen männlichen Mitarbeiter engagiert, der sich in „Männergesprächen“ vielleicht eher auf diese einstellen kann. Denn das „sich selbst Öffnen“ ist ein wichtiger Bestandteil des Zueinanderfindens. Jetzt fragt sich der Leser:

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Was hat dies mit Sylt zu tun?

Sylt steht, betrachtet man die Alterspyramide, ganz weit oben. Auch hier ist eine Unabwendbarkeit eingetroffen. Hinzu kommt, das es hier sehr viele Zweitwohnungsbesitzer gibt, die zwar wohlhabend aber auch einsam sind. Und wenn man sich auf Sylt nicht verliebt, wo dann? Die jodhaltige Luft, das anregende Klima machen Lust auf Me(h)er

 

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