Das Buch des Sylter Immobilienmaklers Eric Weißmann Aber bitte mit Reet

Der überwiegende Anteil der Arbeitnehmer auf der Insel ist im Tourismussektor beschäftigt. Wirkliche Passion spielt kaum eine Rolle. Schichtdienst und Überstunden verlangen einiges von ihnen ab. Kaum jemand ist dabei, der seinen Traum lebt. Es überwiegt das Glück, am ersten jeden Monats auf das Gehaltskonto zu schauen. Doch es gibt auch diejenigen, die auf der Insel ihre Vision verwirklicht haben.

Als wir Bibi Ifland im Frühjahr 2018 kennenlernten, drehte sie fleißig ihre Runden in den Mühlrädern des Tourismussektors. Angestellt beim ISTS, war sie Leiterin im sportlichen Bereich des Tourismus-Service. Sie wirkte traurig auf uns und wir sprachen damals lange mit ihr. Ihr Hund „Snoopa“ war ein paar Monate vorher gestorben und im Job war sie auch nicht sonderlich glücklich. Im Laufe der nächsten Jahre bekamen wir immer mal wieder Facebook-Posts von ihr zu lesen, anhand derer wir verfolgen konnten, wie sie ihr Leben veränderte. Zunächst waren es Posts mit ihrem neuen Hund „Happy“. Die Lebensfreunde schien zurückgekehrt und sie startete eine Ausbildung zur Hundephysiotherapeutin. In der Liste der unbekannteren Jobs steht Hundephysiotherapeutin knapp hinter Thermometerbauerin und Süßwarentechnikerin. Ihre Liebe zu Mensch und Tier ist sprichwörtlich. Corona sorgte für weitere Veränderungen, denn die Trainingseinheiten für Menschen waren plötzlich gar nicht mehr möglich. Dann erfuhren wir, dass sie eine eigene kleine Praxis eröffnete und ihre unglaubliche Energie in die Weiterbildung der Hundephysiotherapie steckte.

Es hat lange gedauert, bis der Erfolg sich einstellte und der Weg war nicht immer leicht. Genauer betrachtet, hat ihr persönlicher Erfolg nur bedingt mit dem Job zu tun. Er basiert auf dieser Melange aus Erfüllung, Freunden und positiver Lebenseinstellung. So oft haben wir Menschen auf Sylt getroffen, die mit wehenden Fahnen auf die Insel gekommen sind – bereit diese zu erobern. Nach ein, zwei Jahren sind diese von der Insel geschlichen. Die Fahnen zusammengerollt im Koffer. Ausgebrannt. Leer. An sich zweifelnd. Bibi ist das beste Beispiel, wie man sein Glück finden kann – ohne am ersten eines jeden Monats auf den Gehaltscheck zu schauen. Sie lebt ihren kleinen Traum. Wenn Ihr ihren Podcast hören wollt, dann folgt ihr auf https://happy-healthy-souldogs.podigee.io/

Zur Info:

Die Physiotherapeutin kennt den Bewegungsapparat der Hunde natürlich in-und auswendig. Das ist wichtig, um Verletzungen oder Schäden zu erkenen. Eine korrekte Einschätzung (Diagnose) der Probleme ist für diesen Job unerlässlich. Die Möglicheiten der Behandlung sind vielfältig. Bei Bibi wird sehr stark auf Massage und auch auch auf die Behandlung mit Bewegung gesetzt.

Braucht ein Hund überhaupt Physiotherapie? Die Antwort ist relativ einfach. Hunde sind vom Menschen domestiziert worden. Sie stammen vom Wolf ab. Den ganzen Tag an der frischen Luft – ab und an mal ein Hirsch zur Strecke bringen. Schlafen und wieder fressen. Und viel Bewegung. Heutzutage werden die Vierbeiner zum Teil als Schmusetiere verwöhnt. Im besten Fall hat Frauchen oder Herrchen einen Garten. Doch die meisten werden in der Großstadt wohnen. Dort ist nicht viel mit dem dringend benötigten Auslauf. Hundekrankheiten kann man also auf eine Art als Zivilisationskrankheiten ausmachen.

Werden Probleme verschleppt, ist dies genauso schlimm wie beim Menschen. Nur mit ständiger Weiterbildung kann sie das hohe Niveau ihrer Behandlungen aufrechterhalten.Auf Sylt heilt alles schneller. Nicht zuletzt deswegen gibt es für Menschen einige Kurkliniken auf der Insel. Aber auch die Vierbeiner profitieren von der guten Luft und endlosen Strandspaziergängen an der Nordseeküste. Vielleicht auch weil Herrchen und Frauchen sich im Urlaub artgerecht um ihre Fellnase kümmern Auch darüber kann Bibi Ratschläge erteilen, die Hund und Mensch zusammenwachsen lassen. Im Blog auf ihrer Webseite findet ihr hierzu einige Tips.

 

„Man kann ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht.“

Heinz Rühmann

„Ich misstraue Menschen, die Hunde nicht mögen. Aber ich traue jedem Hund, wenn er einen Menschen nicht mag.“

Bill Murray