Unter erschwerten Bedingungen fand am Samstag, 1. Juli ab 18.30 Uhr am Kampener Strand das von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG Sylt) veranstaltete „Kampen Open Water 2.0“ statt. Bei Windstärken von bis zu 24 Knoten und bis zu drei Meter hohen Wellen stürzten sich die 15 wagemutigen Schwimmer dann auch nicht wie geplant am Strandübergang Sturmhaube in die Fluten, sondern begannen ihren wilden Ritt durch die Fluten mit einer verkürzten Strecke vom Grande Plage aus in Richtung Buhne 16.

Hohe Wellen beim Kampen Open Water

„Angemeldet waren ursprünglich 27 Teilnehmer“, so DLRG-Vorsitzender Lars Lunk, „Aber bei diesen Bedingungen kann ich es jedem nachsehen, der sich kurzfristig gegen die Teilnahme entschieden hat.“ Damit keiner der Mitwirkenden ein unnötiges Risiko einging, wurde das Wettschwimmen dann auch kurzfristig zu einem entspannten Gemeinschaftsschwimmen umgedeutet – wenn bei einer Brandung wie dieser überhaupt von entspanntem Schwimmen die Rede sein kann.

Während die zahlreich erschienenen Schaulustigen ihren Weg zur Buhne 16 teils zu Fuß, teils huckepack auf dem Anhänger des Kampener Strandkorb-Treckers zurücklegten, nahm Lunk selbst ebenfalls den beschwerlicheren Weg durch die Fluten auf sich, verfolgt von aufmerksamen DLRG-Kollegen, die mit Jetski und Schlauchbooten für die Sicherheit aller Schwimmer sorgten. So zweifelte auch niemand der anwesenden Besucher daran, dass alle Schwimmer wohlbehalten ihren Weg bis ins Ziel finden würden.

Wettkampfgedanke stand im Hintergrund

Obgleich der Wettkampfgedanke an diesem Abend im Hintergrund stand, freute sich Schwimmer Jakob Petersen nach 18:34 Minuten dennoch, als Erster im Ziel angekommen zu sein: „Es hat unglaublich Spaß gemacht, auch wenn es zwischendurch ziemlich anstrengend war.“ Bei diesem Wellengang die Orientierung zu behalten, sei ihm nicht immer leichtgefallen, fügte der Glücksburger DLRG-Schwimmer noch hinzu, lange Strecken schwimme er jedoch regelmäßig: „Beim Förde-Crossing schwimmen wir einmal im Jahr von Dänemark bis nach Glücksburg.“

Nach Jakob Petersen kam Matz Fiete Klimek mit 23:53 Minuten als erster Sylter ins Ziel, gefolgt von Bernd Struve mit 23:58 Minuten – einer der ältesten Teilnehmer landete damit auf Platz Drei. Schnellste Frau wurde an diesem Abend Mona Halfpap aus Westerland, die nach 27:32 Minuten das Ziel erreichte. Auch Lars Lunk, der unterwegs immer noch einen schützenden Blick auf seine Mitschwimmer geworfen hatte, kam glücklich ins Ziel, „Aber eine Grenzerfahrung war das diesjährige Open Water dennoch.“

Fortsetzung im nächsten Jahr

Bleibt zu hoffen, dass die Rahmenbedingungen im nächsten Jahr etwas einfacher sind, denn eine Fortsetzung dieser 2016 ins Leben gerufenen Veranstaltung wird es sicher geben: „Dazu sind wir uns und unseren Zuschauern verpflichtet“, versprach der DLRG-Vorsitzende und machte sich auf ins Strandbistro Buhne 16, wo alle Teilnehmer und Publikum bei bester Livemusik noch bis in die späten Abendstunden feierten.