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Kampen/Sylt. Zahlreiche Künstler, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens suchten und fanden auf Sylt Inspiration und Kraft, ausgetretene Pfade zu verlassen. Der Kampener Kunst- und Kulturpfad ist ihnen gewidmet, damit Gäste und Einheimische gern auf ihm wandeln und idealerweise nachvollziehen können, was es mit einem macht, in diese wunderschöne Natur und Landschaft einzutauchen.

Kampens Tourismusdirektorin Birgit Friese erstellte 2008 mit der Unterstützung von Cosmea Sprotte und Falk Eitner eine Liste derer, die mit einer Stele geehrt werden sollten. Es folgten Recherchen, die Festlegung der Standorte und dann schliesslich die Planung der Rundwege. Die Materialfrage beschäftigte die Initiatoren sehr lange, mussten die Stelen doch aus einem Material sein, damit sie der salzhaltigen Luft standhalten. Man entschied sich für Bronzeguss-Tafeln, die rund € 2.200 kosten. Bei der Finanzierungsfrage brachte die Familie Sprotte, den Stein „finanziell gesehen” in Rollen.

Der 2004 verstorbene Künstlerphilosoph Siegward Sprotte hatte noch zu Lebzeiten verfügt, er wolle seinem Dorf, in dem er über vierzig Jahre lebte, arbeitete und wirkte, etwas zurückgeben. Diesen Wunsch setzten seine Frau Cosmea Sprotte und Sohn Armin um und legten mit der Versteigerung zweier Sprotte-Werke den finanziellen Grundstock für dieses ambitionierte Kulturprojekt, das für jedermann jederzeit zugänglich sein sollte.

Die erste Stele wurde somit Siegward Sprotte gewidmet und im November 2008 vor dem Atelier Sprotte in Kampen enthüllt. Das Zitat: „Die Kunst ist kein Lückenbüßer, sie ist eine Lebensnotwendigkeit”.

Mit der Erweiterung des Kunst- und Kulturpfades um 10 Tafeln erinnern nun insgesamt 32 Stelen an große Künstler, Schriftsteller, Verleger, Musiker, und Philospohen, die in Kampen ein inspirierendes Zuhause auf Zeit oder ihre Wahlheimat fanden. Jeweils mit in Bronze gegossenen Zitaten und markanten Daten ihres Lebens, aufgestellt an beziehungsreichen Orten des Dorfes. Mit Tafeln, die „uns alle überdauern werden”, so Robert Morell, der die 1,30 Meter hohen Stelenfüße aus Edelstahl fertigte und sich beim Entwurf des Tafelfuß von der traditionellen Niettechnik bei Schiffsplanken und alten Buhnen inspirieren ließ.

Unterwegs auf dem Kunstpfad wandelt man auf den Spuren von Emil Nolde, Otto Eglau, Peter Suhrkamp, Max Frisch, Valeska Gert oder Thomas Mann.

Neu dazu gekommen sind der Architekt Walther Badeker, Der Maler, Tänzer und Akrobat Alexander Camaro, die Schauspielerin, Schriftstellerin und frühere Besitzerin vom Haus Kliffende Clara Tiedemann, der Bildhauer Anatol Buchholtz, die Malerin Anita Clara Rée, die Ausdruckstänzerin Gret Palucca, der Maler Alexej von Jawlensky, der Schriftsteller Paul Weymar, der Maler Will Sohl und Kurt Lambert. Seine Stieftöchter Beate Hekele-Lambert und Anna Toeppen, sowie Armin Sprotte, Sohn von Siegward Sprotte und Falk Eitner nahmen persönlich an der symbolischen Einweihung teil.