Die 15. Auflage des Kitesurf Cup Sylt ist am Sonntag unter perfekten Bedingungen zu Ende gegangen. Nachdem das Wetter den Organisatoren bis Freitag noch einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, zeigten sich der Wind und die Brandung vor Westerland am Wochenende von ihrer für Kitesurfer besten Seite.

Gesamtsieg geht an Aurélien Petreau und Hugo Guias aus Frankreich

Der Gesamtsieg beim Kitesurf Cup Sylt 2017 geht in diesem Jahr nach Frankreich: Das Team mit Aurélien Petreau, einer der besten Big-Air-Kiter der Welt, und Hugo Guias, Weltcup-Fahrer von 2009 bis 2014, konnte seine Führung nach dem gestrigen Wertungsdurchlauf verteidigen und freut sich neben dem Sieg über 5.000 Euro Preisgeld, gestiftet von der Spielbank Sylt. Den zweiten Platz im Gesamtklassement belegen die beiden Titelverteidiger des letzten Jahres Marian Hund, Deutscher Freestyle-Meister 2016, und Jannis Maus, Deutscher Meister 2016 und Weltmeister 2015 in der Kategorie Race.

Der Hamburger Hund und der Oldenburger Maus dürfen sich damit über 2.500 Euro Preisgeld freuen. Den mit 1.000 Euro dotierten dritten Gesamtrang belegen Hannah Whiteley aus Großbritannien, dreifache britische Meisterin und Weltrangliste-Zweite 2016, und das Big-Air-Ass Nick Jacobsen aus Dänemark. Beide dürfen sich außerdem auch über 1.000 Euro Preisgeld für das beste Mixed-Team beim Kitesurf Cup Sylt 2017 freuen.

Die 16. Auflage des Kitesurf Cup Sylt steigt vom 26. Juni bis 1. Juli 2018 in Westerland.

Philipp Barluschke, ein Phänomen auf dem Kitesurf-Brett

Wenn er wie am heutigen Tag bei Top-Windbedingungen von mehr als 20 Knoten aus nordwestlicher Richtung ins Wasser steigt und zu einem seiner Wertungsläufe startet dann ist der Bredstedter Philipp Barluschke voll in seinem Element. Seine Akrobatik und seine Wendigkeit, seine Schnelligkeit und seine Eleganz im steten Puzzle-Spiel zwischen Wind, Meer und Kitesurf-Brett sorgt für ein ganz besonderes Aufsehen unter den Tausenden von Zuschauern und animiert sie zu Beifallsstürmen, denn sie haben längst mitbekommen, dass der 29-Jährige mit einem großen Handicap seine Top-Leistungen abruft: Philipp Barluschke fehlt von Geburt an der rechte Unterarm samt Hand und weiß seitdem mit dem Handicap bestens umzugehen.

„Am Wasser aufgewachsen ist Kitesurfen seit sechs Jahren meine große sportliche Leidenschaft“ berichtet der sympathische Youngster, der mit Hilfe einer Schlaufe an der Bar-Halterung die notwendige Balance auf dem Brett erreicht und nur bei freien Sprüngen ohne Kite-Unterstützung, dem sogenannten „wakestyle“, passen muss. Der in Ägypten ausgebildete und dann temporär auf Mallorca praktizierende Tauchlehrer hat sich, wen wundert’s, mittlerweile als Selbständiger der Orthopädie verschrieben und entwickelt alltäglich taugliche Prothesen mit neuester Technologie mittels 3D-Drucker. Jüngst wurde er in Hamburg zu den Besten fünf von 3200 Startup-Unternehmen für Arm-Prothesen gewählt.

Sylt, St. Peter Ording, Warnemünde und die Deutschen Meisterschaften sind die alljährlichen Stationen für den Hobby-Kitesurfer mit wohlwollendem Spitznamen „Onehandman“ aus dem nordfriesischen Bredstedt für den die Sylter Welle ein ganz besonders Phänomen von steil, hart und ziemlich unberechenbar ist.