Coworking Dein Schreibtisch auf Sylt, Dünenwind Media Sylt

Bei gefühlten minus zehn Grad trafen sich Morsumer und Gäste zur Fackelausgabe am Parkplatz Nösse. Viele kamen bereits zu Fuss aus dem Ort und sehnten sich nach dem wärmenden Feuer der Biike. Nach knapp 5 Minuten Fussmarsch erreichten die Teilnehmer den Biikeplatz am Morsum Kliff. Dort wartete schon die Freiwillige Feuerwehr Morsum mit Glühwein. Viele Besucher nahmen dieses Angebot mehr als dankend an! Unter sternenklaren Himmel hielten Dirk Ipsen in hochdeutsch und Klaus Mungard in friesisch die Ansprachen zur Biike, bevor das langersehnte, wärmende Feuer entzündet wurde. Sehr harmonisch und entspannt, genossen die Morsumer gemeinsam mit ihren Gästen das aus dem Mittelalter stammende Zeremoniell. Das Biikefeuer diente zur Verabschiedung der Walfänger. Entlang der Strände wurden Feuer entzündet, um den fahrenden Männern möglichst lange sicheres Geleit zu geben. Allerdings munkelt man auch, dass die Sylter Frauen den dänischen Männern auf dem Festland damit ein Signal gaben, dass sie nun “männerlos” waren und Hilfe auf dem Hof und in „anderen Dingen“ benötigten….

Biikerede Morsum „Für Sylt“ 2013 von Dirk Ipsen

Liebe Morsumerinnen und Morsumer, liebe Gäste,

mein Dank gilt den Männern der Freiwilligen Feuerwehr Morsum, die uns auch heute schützen, aber auch versorgen. Dank allen Helferinnen und Helfern, die diese schöne Biike möglich machen.

Es ist eine gute Tradition, es ist eine alte Tradition sich am 21. Februar nach Sonnenuntergang an der Biike zu treffen, ursprünglich um Abschied zu nehmen von den Inselfriesen, die bis November die Heimat verließen, um auf Walfang zu gehen.

Unseren Vorfahren war dieses Datum auch von hoher Bedeutung, weil ab jetzt die Tage stetig und deutlich länger werden und sich die harte Winterzeit in Richtung Frühling entwickelt. Unsere Vorfahren hatten ein ausgeprägtes Gefühl für die Natur und ihre sturmumtoste Heimatinsel. Für sie war es selbstverständlich sich in ihren Tings und Räten gemeinsam für ihre Heimat einzusetzen.

Liebe Sylter, bitte engagiert Euch für diese Gemeinde, für Sylt. Nur so haben wir die Chance, selbst über die Gegenwart und Zukunft unserer Insel zu bestimmen. Die Zeiten müssen der Vergangenheit angehören, in denen Interessen des schnell und spekulativ verdienten Geldes – von Außen – das Geschehen hier auf Sylt bestimmten. Das unansehnliche Erbe dieses Missbrauchs unserer Heimat ist leider vielfach in Beton gegossen zu besichtigen.

Vor unserer Zeit übernahmen wie selbstverständlich die Besten der Dörfer auf dieser Insel die verantwortungsvollsten Positionen zum Schutze ihrer Heimat.

Heute frage ich mich, ob wir in dieser Hinsicht in der jüngeren Vergangenheit immer die richtige Wahl getroffen haben? Wie konnte es zu einen derartigen Ausverkauf und ausufernder Bebauung kommen?

Es ist unsere Aufgabe und die unserer nachfolgenden Generationen, die Verantwortung für die weitere Gestaltung unseres Lebensraumes Sylt wahrzunehmen. Hier ist es nicht genug zu klagen und zu fordern. Wir Sylter selbst sind aufgefordert uns zu engagieren, jung wie Alt, Männer wie Frauen. Wir sind es selbst, die mit Verstand und Verantwortung die Zukunft dieses Juwels Sylt vor weiteren Schaden schützen müssen.

Für mich ist es dabei nicht entscheidend wie lange jemand schon Sylter ist. Es sollte daran gemessen werden, „Stelle ich mich der Verantwortung für Sylt? oder „Beute ich diese Insel nur aus?“.

Wir haben die Pflicht und das Recht über die weitere Entwicklung unseres Lebensraumes und letztlich auch über die weitere Entwicklung des zukünftigen Lebensstandards unserer Familien zu bestimmen.

Nachdem 2009 die Entscheidung für die Fusion getroffen wurde, darf heute die Frage gestellt werden: Ist diese Gemeinde ein Erfolgsmodell? Eindeutig, ja! Wir leben in einer
finanzstarken Gemeinde, welche die ihr gestellten Aufgaben meistern kann. Der Fleiß und die erfolgreiche Arbeit, die auf Sylt von unseren Bürgern eingebracht wird, sind die starken Schultern auf denen die Aufgaben und Lasten dieser Gemeinde getragen werden können.

Große Wohnungsbauprojekte der Gemeinde auf dem Bastianplatz, in Archsum wie auch am Bahnweg haben ebenso Priorität für dieses Gemeindeparlament wie die anstehende Umsetzung einer Vielzahl von neuen Wohnungsbauprojekten für Sylter.

Die Gemeinde Sylt ist eine herausragende, erfolgreiche und bedeutende Gemeinde im Landesgebiet Schleswig-Holstein. Sie ist unvergleichbar, sie ist ein Erfolgsmodell und sie hat Zukunft! Endlich, nach langer und geduldig ertragener Vorlaufzeit, erwarten wir nunmehr in 2013 den Abschluss des GRIPS-Gutachtens.

Hier werden die Grundlagen geschaffen, den so dringenden und großen Bedarf an weiterem bezahlbarem Wohnraum für Sylter zu planen und zu erstellen. Nur unter der Voraussetzung von erheblichen Anstrengungen im Wohnungsbau können weitere Schulschließungen verhindert werden. Auch die Feuerwehren dürfen nicht weiter ausbluten, weil junge Sylter auf das Festland ziehen müssen. Unsere Feuerwehren dürfen nicht sterben! Weitere Schulen dürfen nicht geschlossen werden! Auf uns Sylter kommt es an. Wir haben es in Händen die Zukunft dieser Insel zu gestalten.

Am 8. März 2012 haben unsere Parlamente den historischen einstimmigen Beschluss gefasst, in Außenbereichen nur noch bezahlbaren Wohnraum für Sylter zu genehmigen. Hier dürfen fremde Investoren also nicht mehr bauen, sondern nur die Sylter Kommunen für Sylter. Das ist der zukünftige Wohnungsbau auf Sylt und so wird auch tatsächlich dauerhaft Wohnraum für Sylter geschaffen.

Und diese Zukunft hat bereits begonnen. Damit ist übrigens dem Spekulantentum mit sogenanntem Bauerwartungsland ein Ende gesetzt und der Weg ist bereitet, den so dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum auch dauerhaft zur Verfügung zu stellen.

Nachfolgende Parlamente sind daran zu messen, dieses Prinzip niemals aufzuweichen! Alle Bürger sollten aufmerksam bleiben. Unsere schöne Heimatinsel Sylt ist es Wert, dass wir uns alle für Sylt einsetzen. Bitte machen auch Sie mit. Engagieren auch Sie sich in den Parteien und Organisationen und geben dieser Insel, welche uns diesen einmaligen Lebensraum bietet, damit etwas zurück.

Nur wenn wir bereit sind, aktiv Verantwortung für unsere Heimat zu übernehmen, bestimmen wir Insulaner über Sylt und nicht das Spekulationskapital, das uns so nachhaltig bedroht und geschadet hat. Morsum, unsere Dörfer, unsere Gemeinde und Sylt hat dann eine positive Zukunft.

Lewer Duar üs Slaw

Dirk Ipsen, Bürgervorsteher – Sylter Wählergemeinschaft „Für Sylt“