Mercedes-Benz Windsurf World Cup Sylt: Disziplinen
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Der Mercedes-Benz Windsurf World Cup Sylt ist der einzige Super Grand Slam und die letzte Station der PWA World Tour. In den Disziplinen Waveriding, Freestyle, Slalom, und Foil geht es deshalb nicht nur um ein Gesamtpreisgeld von 135.000 Euro. Am Brandenburger Strand werden auch in allen Disziplinen die neuen Weltmeister ermittelt und gekürt. Wir stellen Euch diese Disziplinen hier einmal genauer vor.

Waveriding

Hohe Sprünge, schnelle Rotationen und kraftvolle Wellenritte sind das Markenzeichen bei der Königsdisziplin des Windsurfens. Die Performance der Athleten besteht aus zwei Teilen. Zum einen müssen die Waverider die Wellen bis zum Auslaufen in beide Richtungen abreiten und dabei extreme Tricks und 360 Grad-Drehungen zeigen. Zum anderen werden die Sprünge bewertet. Dabei nutzen die Luftakrobaten die Wellen als Rampen. Sie schrauben sich meterhoch in die Luft und begeistern die Zuschauer mit doppelten Vorwärts-Loops und anderen atemberaubenden Flug-Figuren. Bei idealen Bedingungen werden jeweils die beiden besten Wellenritte und Sprünge bewertet. Ist der Wind nicht so stark, zählt nur ein Sprung bei zwei Wellenritten.

Freestyle

Freestyler nutzen das ganze Board für ihre verrückten Tricks und kombinieren komplizierte Drehungen und Rotationen mit akrobatischen Sprüngen und Manövern. Die Magier des Windsurfens sind nicht so sehr auf perfekte Wetterbedingungen angewiesen wie zum Beispiel die Wellenreiter und können auch bei Leichtwind, im Flachwasser oder in der Welle ihr ganzes Arsenal an spektakulären Manövern zeigen. Die Trick-Palette der Freestyler ist wesentlich umfangreicher als die der Waverider. Sie kreieren auch immer wieder neue Manöver, die dann ins Wettkampfrepertoire aufgenommen werden. Die Bewertung bezieht sich auf die Vielseitigkeit der gezeigten Manöver, die technische Schwierigkeit der Ausführungen und den Stil der gesamten Performance.

Slalom

In der Formel 1 des Windsurfens jagen die Racer mit High-Tech-Material über einen Kurs, der je nach Wetterbedingungen auch sehr nah am Strand ausgelegt werden kann. Das Equipment der Fahrer besteht aus drei Boards und sechs Segeln, so dass sie für alle Windbedingungen gut gerüstet sind. Die Slalom-Spezialisten kreuzen dabei nicht gegen den Wind, sondern rasen mit bis zu 70 km/h downwind dem Ziel entgegen, wobei sie Bojen umrunden müssen. Die Rennen auf der PWA World Tour gelten als die härtesten der Welt, denn es gilt das Prinzip „no rules“. Nach dem fliegenden Start auf dem Meer kann es schon bei der ersten Halse zu Kollisionen kommen, wenn die Starter mit Top-Speed um die besten Plätze kämpfen. Deshalb sind Stehvermögen, Erfahrung und Ausdauer in dieser High-Speed Disziplin immens wichtig. Ebenso spielt das Equipment wie in der Formel 1 eine große Rolle.

Foil

Beim Foil fahren die Windsurfer mit einem speziellen Foilboard, das eine schwertartige Verlängerung unter dem eigentlichen Brett aufweist. Das bringt einige Vorteile mit sich: Das Foil hebt Board und Surfer ab einer bestimmten Geschwindigkeit aus dem Wasser und ab fünf Knoten wechselt das Brett in den Flugmodus. Der Fahrer gleitet dann wie auf einer Tragfläche über das Meer und kann wegen des geringeren Wasserwiderstandes schon bei schwachem Wind hohe Geschwindigkeiten erreichen.

Wettkämpfe

Die Wettbewerbe im Waveriding und Freestyle haben den gleichen Modus. In beiden Disziplinen treten zwei Fahrer im K.O.-System gegeneinander an. Es gibt mehrere Runden und pro Runde mehrere Heats (Einheit, in der eine Anzahl von Surfern gemeinsam auf dem Wasser ist). Bis zu vier Athleten können in einem Heat sein. Die jeweiligen beiden Ersten ziehen in die nächste Runde ein, wo sie auf die Sieger der anderen Heats treffen. Hier kommen ebenfalls nur die Sieger weiter, bis nur noch zwei Akteure übrig bleiben und im Endlauf den Gewinner der Single Elimination (Hinrunde) ermitteln. Dieser ist gleichzeitig World Cup-Sieger, wenn keine weiteren Wettfahrten mehr möglich sind.

Falls es jedoch die Bedingungen zulassen, startet danach die Double Elimination. Wer diese ebenfalls im K.O.-System ausgetragene Rückrunde ohne Niederlage übersteht, trifft im Endlauf auf den Gewinner der Single Elimination. Diesem reicht ein Sieg, um die Gesamtwertung und damit den World Cup endgültig zu gewinnen.
Sein Herausforderer braucht dagegen zwei Finalerfolge für den Eventsieg. Freestyle dürfen maximal zwei Single und zwei Double Eliminations fahren. Beim Waveriding sind dagegen nur eine Single und eine Double Elimination erlaubt.

Im Slalom gibt es pro Wettkampftag bis zu vier Eliminations. Das Feld wird in jeder dieser Ausscheidungsrunden auf verschiedene Vorläufe mit bis zu zehn Startern verteilt. Die erste Hälfte erreicht jeweils die Zwischenrunde, danach geht es im gleichen Modus in das Halbfinale. Hier kommen wieder die schnellsten 50 Prozent in den Endlauf, in dem der Sieger ermittelt wird. Die Verlierer kämpfen im Losers Final um die weiteren Platzierungen. Der Gewinner bekommt 0,7 Zähler, die Punkte der Nachfolgenden sind identisch mit ihrer Platzierung. Nach vier kompletten Eliminations darf das schlechteste Ergebnis gestrichen werden, nach sieben fallen die beiden schlechtesten Resultate weg. Maximal 15 Eliminations sind pro Event erlaubt, Gesamtsieger wird der Slalomfahrer mit den wenigsten Punkten.

Allgemeines und weitere Informationen zum Mercedes-Benz Windsurf World Cup Sylt findet ihr hier!

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