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Der zurückliegende Winter hat auf dem Straßennetz des Landes ebenso tiefe Spuren hinterlassen wie im Haushalt Schleswig-Holsteins. Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer heute, den 29. April 2013 bei einem Besuch der Straßenmeisterei in Klausdorf erklärte, seien die mehr als 600 Streu- und Räumfahrzeuge seit Oktober mehr als 73.000 Stunden im Dauereinsatz gewesen – und damit rund 30.000 Stunden länger als im Winter zuvor. „Alles in allem sind von den Fahrzeugen knapp eine Million Kilometer zurückgelegt und knapp 60.000 Tonnen Streusalz im Wert von rund 15 Millionen Euro ausgebracht worden“, bilanzierte Meyer den Rekord-Winter 2012/2013. Auslöser der Mehrkosten von knapp fünf Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr sei unter anderem der ständige „Jo-Jo-Effekt“ von Frost- und Tauwetterphasen sowie der Schneefall mit vielen Schneeverwehungen gewesen.

„Unsere 612 Kolleginnen und Kollegen in den 26 Straßenmeistereien haben trotz der harten Witterungsverhältnisse einmal mehr bewiesen, dass sie jederzeit in der Lage sind, den Bürgerinnen und Bürgern sichere Straßenverhältnisse zu bieten.“ Dafür dankte Meyer den Mitarbeitern des Landesbetriebs Straßenbau- und Verkehr (LBV-SH) und erinnerte daran, dass Mitte März ein Straßenwärter der Meisterei Klausdorf bei einem Auffahrunfall schwer verletzt worden war.

Neben dem Straßenwinterdienst der insgesamt vier Niederlassungen des LBV-SH in Rendsburg, Lübeck, Itzehoe und Flensburg stehen auch für den kommenden Winter wieder über 300 Lkw von Privatunternehmen unter Vertrag, um den Landesbetrieb beim Räumen und Streuen zu unterstützen. Meyer: „Auch hier zeigt sich, dass wir bereits seit langem durch eine hochwertige Fahrzeug- und Geräteausstattung mit der Privatwirtschaft zusammen einen effizienten Winterdienst leisten.“

Nach den Worten des Leiters der Rendsburger LBV-Niederlassung, Matthias Paraknewitz, sei der Winterdienst so organisiert, dass bei Bedarf auf Autobahnen ein 24-Stunden Streu- und Räumdienst gewährleistet sei. „Alle anderen wichtigen Straßen werden bei normalen Wetterverhältnissen von 6 Uhr bis 22 Uhr nach Bedarf gestreut und geräumt.“ Somit sorge der Landesbetrieb kompetent und zuverlässig auf knapp 8200 Kilometern Länge für sichere Straßen – davon auf 535 Kilometern Autobahnen, 1440 Kilometern Bundesstraßen, 3540 Kilometern Landesstraßen und 2684 Kilometern Kreisstraßen.

Mit Blick auf die derzeit noch nicht genau bezifferten Winterschäden auf den Landesstraßen erinnerte Meyer daran, dass das Land in diesem Jahr knapp 24 Millionen Euro und damit zusätzliche fünf Millionen in Bauleistungen an Landesstraßen (Erhaltungsprojekte als auch Um-, Ausbau- und Grundinstandsetzungsmaßnahmen) investieren werde. Knapp ein Drittel des Landesstraßennetzes befinde sich in einem dringend verbesserungsbedürftigem Zustand und laut Landesrechnungshof schiebe das Land einen über die Jahre aufgebauten Sanierungsstau von gut 100 Millionen Euro vor sich her. Deshalb sei „Erhalt vor Neubau“ das Gebot der Stunde, sagte Meyer und schloss vor diesem Hintergrund nicht aus, dass es in den kommenden Wochen an einigen Landesstraßen und Brücken zu weiteren Gewichts- oder Geschwindigkeitsbeschränkungen kommen könne.