Coworking Dein Schreibtisch auf Sylt, Dünenwind Media Sylt

Der Präses der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Dr. Andreas Tietze, hat dazu aufgerufen, in Gottesdiensten und Veranstaltungen am kommenden Wochenende eine Erklärung zum 75. Jahrestag des „Novemberpogroms“ zu verlesen. „Die Erinnerung an die Verfolgung, Verschleppung und Ermordung jüdischer und sogenannter ‚nichtarischer‘ Mitbürgerinnen und Mitbürger und an die Zerstörung von Synagogen am 9./10. November 1938 in Deutschland wollen und müssen wir als Kirche wach halten“, schreibt Dr. Tietze an die rund 1700 Pastorinnen und Pastoren der Nordkirche. „Darum möchte ich Sie herzlich bitten, diese Erklärung der Landessynode vom 20. September bei Gedenkgottesdiensten zum 9./10. November oder beim Sonntagsgottesdienst zu verlesen.“

 

Am 20. September 2013 hatte die Landessynode auf ihrer Tagung in Lübeck-Travemünde eine Erklärung beschlossen, in der sie Scham darüber bekundet, „dass auch die ehemaligen Landeskirchen im Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland zur Ausgrenzung, Diskriminierung, Vertreibung und schließlich Ermordung ihrer jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen weithin geschwiegen haben, dass sie die Gewalt teilweise sogar billigten und sich durch eigene rassistische Rechtssetzung schuldig machten“. Durch antijüdische Auslegungen der Bibel und durch eine entsprechende Verkündigung und Lehre sei Kirche mitschuldig an der jahrhundertelangen Geschichte der Feindseligkeit gegen Juden im Abendland, ihrer Entrechtung und Verfolgung, die in der fast vollständigen Vernichtung des europäischen Judentums gipfelte.

 

Die Kirche unterstütze „alle Bemühungen um eine Aufarbeitung dieser Schuld. Christliche Verkündigung und Lehre dürfen nie mehr dem Antisemitismus Vorschub leisten. Die Landessynode bekräftigt das Bekenntnis zur unauflöslichen Verbundenheit mit dem Volk Israel, wie es in der Präambel zur Verfassung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland bezeugt ist. Sie unterstützt alle Bemühungen, durch Wort und Tat, in Lehre, Verkündigung und Begegnung zu einem neuen Verhältnis zum Judentum zu kommen, und bittet die Gemeinden und alle, die in der Nordkirche Verantwortung tragen, arbeiten, wirken und lehren, bei diesen Anstrengungen nicht nachzulassen.“
Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland erinnert an das „Novemberpogrom“
vor 75 Jahren am 9./10. November 1938. In dieser Nacht brannten in ganz Deutschland
die Synagogen. Ihre Zerstörung machte das gott- und menschenverachtende, rassistische Regime des
Nationalsozialismus für alle sichtbar. Jüdische und so genannte „nichtarische“ Mitbürger und Mitbürgerinnen
wurden gejagt, gequält, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Sie wurden vollends zu
rechtlosen Opfern staatlicher Willkür.

Die Landessynode bekundet Scham darüber, dass auch die ehemaligen Landeskirchen im Bereich der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland zur Ausgrenzung, Diskriminierung, Vertreibung
und schließlich Ermordung ihrer jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen weithin geschwiegen haben,
dass sie die Gewalt teilweise sogar billigten und sich durch eigene rassistische Rechtssetzung schuldig
machten.

Die Landessynode bekennt: Durch antijüdische Auslegungen der Bibel und durch eine entsprechende
Verkündigung und Lehre ist Kirche mitschuldig an der jahrhundertelangen Geschichte der Feindseligkeit
gegen Juden im Abendland, ihrer Entrechtung und Verfolgung, die in der fast vollständigen Vernichtung
des europäischen Judentums gipfelte. Sie unterstützt alle Bemühungen um eine Aufarbeitung dieser
Schuld. Christliche Verkündigung und Lehre dürfen nie mehr dem Antisemitismus Vorschub leisten.
Die Landessynode bekräftigt das Bekenntnis zur unauflöslichen Verbundenheit mit dem Volk Israel, wie
es in der Präambel zur Verfassung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland bezeugt
ist. Sie unterstützt alle Bemühungen, durch Wort und Tat, in Lehre, Verkündigung und Begegnung zu einem
neuen Verhältnis zum Judentum zu kommen, und bittet die Gemeinden und alle, die in der Nordkirche
Verantwortung tragen, arbeiten, wirken und lehren, bei diesen Anstrengungen nicht nachzulassen.