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Kiel/Sylt. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck sieht gute Perspektiven für den Ökolandbau in Schleswig-Holstein, vor allem betont er die Wichtigkeit und die gesellschaftlichen Leistungen dieser Form der Landwirtschaft. “Wir haben eine wachsende Nachfrage nach Ökoprodukten und es wäre einfach dumm, diese nur durch Importe zu befriedigen. Dazu kommt, dass wir viele Probleme, die durch die konventionelle Landwirtschaft entstehen, durch den Ökolandbau, der auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet und den Tieren mehr Platz gibt, nicht haben. Insofern kann ich nur alle Landwirte ermuntern, sich konstruktiv mit den Möglichkeiten der Umstellung auseinander zu setzen,” sagte Habeck heute, den 26. Februar 2014 bei einer Tagung in Rendsburg zu den Perspektiven zum Ökolandbau mit rund 250 Teilnehmern. “Das Land bietet dazu einige Unterstützung an, und ich bin zuversichtlich, dass wir durch diesen verbesserten Förderrahmen vorankommen werden.”

Nach Flächenverlusten in den Jahren 2010 und 2011 wächst die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Schleswig-Holstein mittlerweile wieder. So wurden im Jahr 2012 rund 37 000 Hektar ökologisch bewirtschaftet und damit 2000 Hektar mehr als 2011. Wir erwarten auch für 2013 einen weiteren Anstieg – trotz schwierigerer Rahmenbedingungen durch die Konkurrenz zu Biomasseanbau und dadurch ausgelöste hohe Pachtpreise.

Habeck erläuterte die verschiedenen Formen der Unterstützung durch das Land. Bereits im Jahr 2013 waren die Prämien für die ökologische Bewirtschaftung erhöht worden. So stiegen die Fördersätze von 137 Euro je Hektar Acker und Grünland auf 180 Euro, in den ersten beiden Jahren der Betriebsumstellung stieg die Prämie von 262 Euro je Hektar auf 280 Euro.

. Bei den künftigen Agrarumweltmaßnahmen werde die neue Maßnahme “Vielfältige Kulturen im Ackerbau” sowie der Vertragsnaturschutz gut mit der Ökoförderung kombinierbar sein.
. Die einzelbetriebliche Agrarinvestitionsförderung und die Förderung von Investitionen der Verarbeitung und Vermarktung werden für Projekte, die besonders hohe Standards wie z.B. bei der ökologischen Tierhaltung erfüllen, wieder eingeführt.
. Auch die Beratung zum ökologischen Landbau wird künftig vom Land wieder finanziell gefördert.
. Neu ist auch die Förderung von Europäischen Innovationspartnerschaften (kurz “EIP”). Hiermit wird Wissenstransfer und Netzwerkarbeit unterstützt.
. Um die bereits ergriffenen Einzelmaßnahmen zu einem sinnvollen Gesamtpaket weiterzuentwickeln, wird eine Gesamtstrategie zur Förderung des Ökolandbaus in Schleswig-Holstein erarbeitet.

“Ich begrüße besonders, dass das scharfe Gegeneinander von Ökolandbau und konventioneller Landwirtschaft sich langsam löst. In einer Situation, in der auch die konventionelle Landwirtschaft immer stärker vor der Herausforderung “Wachse oder Weiche” steht, ist es gut, wenn es Alternativen für weniger intensive Produktionsformen gibt.”

Bei der Tagung kamen auch Bauernverbandspräsident Werner Schwarz und der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer, Peter Levsen Johannsen. Professor Dr. Ulrich Hamm, Fachbereichsleiter für Agrar- und Lebensmittelmarketing an der Universität Kassel, plädierte in einem Fachvortrag für mehr Mut zu Produkt- und Preisdifferenzierung bei Biolebensmitteln. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, umriss die Besonderheiten der ökologischen Wirtschaftsweise und machte Mut, diesen Weg zu gehen.

Götz Daniel vom Ökoring Schleswig-Holstein, Claudia Jureit von der Kontrollstelle LC (Rendsburg), Carola Ketelhodt, Referentin für ökologischen Landbau bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und Dr. Jens Maßlo, Geschäftsführer der Landesvereinigung Ökolandbau führten in ihren Beiträgen auf, welche Schritte bei einer Betriebsumstellung auf ökologische Wirtschaftsweise zu gehen sind und wer Unterstützung hierbei anbietet.

Den Rahmen der Veranstaltung bildeten Messestände von Verbänden, Beratungs- und Kontrollunternehmen sowie Verarbeitern und Vermarktern. Damit bestand ein umfangreiches Angebot, individuelle Kontakte zu knüpfen und Informationen auszutauschen.

Als Folgeveranstaltungen sind im Laufe des Jahres betriebszweigspezifische Informationstage mit Betriebsbesichtigungen geplant.

Der Ökolandbau verfolgt das Ziel, die Landwirtschaft umweltgerecht, tiergerecht und menschengerecht zu gestalten. Dies sind auch Ziele der Landesregierung. Deshalb soll die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Schleswig-Holstein weiter wachsen.

Der ökologische Landbau leistet einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz. Ökologisch wirtschaftende Betriebe verzichten auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger. Sie haben im Durchschnitt deutlich geringere Stickstoff-Überschüsse als konventionelle Betriebe. Die hohen Stickstoffausträge aus der Landwirtschaft sind in Schleswig-Holstein ein gravierendes Problem im Gewässerschutz.

Außerdem hat der Ökolandbau positive Effekte für die Artenvielfalt auf dem Acker, die Speicherung von Humus im Boden und die Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Tiere werden möglichst artgerecht gehalten. Sie haben deutlich mehr Platz als bei der konventionellen Tierhaltung und müssen Auslauf im Freien haben.

Da die Kostennachteile, die den Ökolandwirten durch die umweltfreundlichere Bewirtschaftung und artgerechtere Tierhaltung entstehen, am Markt nicht vollständig ausgeglichen werden, stellen EU, Bund und Länder Fördermittel zur Verfügung.

Die Ökolandbauförderung in Schleswig-Holstein wird derzeit zu 55 Prozent aus EU-Mitteln finanziert, 27 Prozent trägt der Bund bei, 18 Prozent das Land.