Das Buch des Sylter Immobilienmaklers Eric Weißmann Aber bitte mit Reet

Westerland/Sylt. Am kommenden Dienstag soll Sylt seine erste Zweier-Gruppe von Panorama-Aufzügen erhalten. Diese werden in einer (hoffentlich nicht zu) spektakulären Kranaktion komplett vormontiert und verglast von oben in das frisch umgebaute/neu errichtete Modehaus H. B. Jensen eingebracht. Hierzu wird ein 130-Tonnen-Kran aus Niebüll auf der Fähre von Romo übergesetzt und zwischen dem Technikhaus und dem Modehaus von H. B. Jensen aufgebaut.

Die Aufzüge werden in Baugruppen mit drei großen Sattelschleppern von 2,5 m Breite und 19,5 m Länge über den Bahndamm transportiert. Zunächst werden die beiden Schachtgerüste in den Baukörper eingehoben und fixiert. Aufgrund der Höhe des Gebäudes und der Länge der Schachtgerüste muß der Kranausleger dabei auf ca. 40 m ausgefahren werden. Danach folgen die beiden Kabinen, die Gegengewichte und diverse Stahlkonstruktionen. Am Vortag muß allerdings das gerade erst installierte Glasdach über dem Lichthof und das Arbeitsgerüst demontiert werden, damit die Aufzuganlagen eingehoben werden können.

Grundvoraussetzung für das Gelingen der Kranaktion sind geringe Windstärken und möglichst kein Regen. Besonders brisant ist die Einbringung per Kran von oben, weil die riesigen Glasflächen der Schachtgerüste wie Segel wirken und somit bei Böen ins Schwingen geraten könnten. Dabei wird schon das Abheben der Schachtgerüste von den Sattelschleppern zum Nervenkitzel!

Im Moment des Aufrichtens mithilfe eines zweiten Hilfskranes werden die Stahlprofile der Schachtgerüste extrem belastet und die Glasscheiben zwischen den Trägern zum Bersten gespannt. Das Modehaus wird während der Krantätigkeiten für Besucher gesperrt. Zwar wäre die Verfolgung der Einbringung vom Geländer des Lichthofes für Besucher sicherlich spektakulär. Allerdings wäre die Nähe zum Geschehen für alle Beteiligten auch wiederum zu gefährlich. Die Endmontagearbeiten können dann wieder hautnah im Modehaus beobachtet werden.

Technisch und gestalterisch sind die neuen Aufzüge die bisher anspruchsvollsten auf Sylt und auch verglichen mit Anlagen auf dem Festland bisher einmalig. Es ahndelt sich um frequenzgeregelte getriebelose Seilantriebe modernster Technologie. Gefertigt wurden die Aufzuganlagen komplett in der Kieler Fertigung des Aufzugherstellers. Beauftragt wurden ursprünglich Schachtgerüste und Kabinen nach Vorbild einer Osnabrücker Einkauszentrums. Das Design erfüllte allerdings nicht den Wunsch des Bauherrn nach maximaler Transparenz. So wurden in Kiel kurzerhand komplett neue Aufzuganlagen entworfen, die durch großflächige Verglasungen mit minimalen Einfassungen den Blick der Besucher durch alle Ebenen des Modehauses erlauben.