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Häuser und Eigentumswohnungen entlang der Nord- und Ostseeküste sowie auf den Inseln Schleswig-Holsteins sind in den vergangenen zwei Jahren um bis zu 43 Prozent teurer geworden. Die LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG hat nach 2011 zum zweiten Mal den Immobilienmarkt untersucht und die Ergebnisse in einer Studie vorgelegt. Danach sind in fast allen Regionen am Wasser oder in Wassernähe die Immobilienpreise gestiegen.

Die höchsten Preise für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser werden laut Studie mit weit über 4.000 Euro pro Quadratmeter auf den Inseln Sylt, Amrum und Föhr erzielt. Die drei Spitzenreiter sind die Sylter Gemeinden Kampen (17.830 Euro/m²), List (11.644 Euro/m²) und Rantum (10.382 Euro/m²). An der Nordseeküste verzeichnet Sankt Peter Ording mit 2.632 Euro pro Quadratmeter ein deutlich günstigeres Preisniveau, das dem an der Ostseeküste entspricht. Dort sind die teuersten Orte für Ein- und Zweifamilienhäuser Timmendorfer Strand (2.752 Euro/m²), Sierksdorf (2.371 Euro/m²) und Strande (2.224 Euro/m²).

Ein ähnliches Bild ergibt die Studie für Eigentumswohnungen. Die höchsten Preise finden sich demnach wieder in Kampen (11.011 Euro/m²), außerdem in Rantum (7.510 Euro/m²), Wenningstedt-Braderup (6.472 Euro/m²) und Sylt-Ost (6.087 Euro/m²). Das Preisniveau an der Ostsee ist hier deutlich niedriger. Die teuersten Eigentumswohnungen gibt es laut Studie in Timmendorfer Strand (2.931 Euro/m²), Travemünde (2.372 Euro/m²) und Scharbeutz (2.277 Euro/m²).

„Dass in begehrten Regionen wie Sylt, Föhr oder der Lübecker Bucht die höchsten Immobilienpreise zu finden sind, ist nicht ungewöhnlich“, erklärt Peter Magel, Vorstandsvorsitzender der LBS, bei der Präsentation der Immobilienmarktstudie am Dienstag in Kiel. Überraschend sei aber die unvermindert hohe Preisdynamik in den teuren Lagen.

Besonders stark sind die Preise bei Häusern im Vergleich zu 2011 in List (39,2 Prozent), Wenningstedt-Braderup (35,4 Prozent) und Westerland (30,0 Prozent) gestiegen. Bei Eigentumswohnungen wurden die höchsten Preissteigerungen für Hörnum (42,9 Prozent), Rantum und Wyk auf Föhr (beide 33,2 Prozent) festgestellt. Diese Preisdynamik ist laut Magel „deutlich größer als zum Beispiel in begehrten Stadtteilen großer Städte“.

Das historisch niedrige Zinsniveau für Baugeld begünstige die außergewöhnliche Immobiliennachfrage. „In den TOP-Regionen sehen wir nicht nur Wohnsitzwechsel als Hintergrund, sondern auch eine Kapitalflucht aus anderen Anlagen unter das krisensichere Reetdach einer Ferienimmobilie“, so Magel weiter.

Da angesichts dieser Preisentwicklung Interessenten nach Immobilien an alternativen Standorten suchen, werden auch dort die Preise anziehen, vermutet Magel. Ein Beispiel dafür sei Eiderstedt, wo die Preise für bestehende Eigentumswohnungen seit 2011 von 1.871 Euro pro Quadratmeter um 23,7 Prozent auf 2.315 Euro gestiegen seien.

Faktoren wie der Aufbau einer für junge Familien interessanten Infrastruktur haben laut LBS-Studie zum Beispiel in den küstennahen Gemeinden Langballig und Westerholz zu Preiszuwächsen von 25 Prozent für Ein- und Zweifamilienhäuser geführt.

Neben der Infrastruktur und dem Preis ist nach Einschätzung von Peter Magel bei der Suche nach alternativen Standorten nicht die unmittelbare Lage am Wasser entscheidend, sondern eine relative Nähe zum Wasser (bis zu 30 Autominuten) und gleichzeitig die Nähe zu zentralen Orten. Indiz dafür sei die Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen zum Beispiel im Umland von Eckernförde (+17,0 Prozent) und Schleswig (+15,2 Prozent).

Magel geht davon aus, dass das Wohnen in Wassernähe in Schleswig-Holstein immer beliebter werden wird und sich die Immobilienpreise in den TOP-Regionen und in den Gemeinden mit entsprechenden Infrastrukturmaßnahmen weiter nach oben entwickeln.