Das Buch des Sylter Immobilienmaklers Eric Weißmann Aber bitte mit Reet

Im Nachgang zu der Freigabe von Bereichen für das Abbrennen pyrotechnischer

Gegenstände in der Silvesternacht trafen sich am vergangenen Mittwoch die
Beteiligten, um ein Resümee zu ziehen. Aufgrund der zunehmenden Gefährdung
durch unerlaubtes Abbrennen von Pyrotechnik auf Sylt sahen seinerzeit
insbesondere die Ordnungsbehörden und Polizei Handlungsbedarf.

Abgestimmt mit den Bürgermeistern, Tourismusdirektoren und Wehrführungen war man im
Dezember 2012 in drei Gemeinden zu dem Ergebnis gekommen, die Situation mit
der Ausweisung von Bereichen, die von dem auf Sylt seit vielen Jahren geltenden
Abbrennverbot ausgenommen sind, zu entschärfen. Ziel der Maßnahme war es, das
Knallen und Abbrennen in der Silvesternacht auf diese Weise so zu kanalisieren,
dass sich das Gefahrenpotential reduziert, eine Auffassung, die auch die Husumer
Kommunalaufsicht teilt.

„In Hörnum hat sich das neue Konzept bewährt,“ so Bürgermeister und Amtsvorsteher
Rolf Speth, „der Wind hat uns am Oststrand keine Probleme bereitet.“ Anders stellte sich
die Situation in Wenningstedt-Braderup und Westerland dar. „Aufgrund angekündigter Windstärken
bis zu 9 Beaufort aus südwestlicher Richtung mussten hier die Ausnahmen kurzfristig wieder
zurückgenommen werden, um mögliche Gefährdungslagen zu reduzieren,“ führte
Carsten Kerkamm, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Sylt aus.

Erstaunt zeigte sich Wenningstedts Tourismusdirektor Henning Sieverts über die überwiegend
negativen Reaktionen auf den Versuch: „Der Hintergrund der Entscheidung wurde
vielfach erst gar nicht hinterfragt, sondern als Aufruf und pauschale Freigabe zum
Böllern fehlinterpretiert.” „Es wurde scheinbar gar nicht wahrgenommen, dass unser
Ziel eine Verbesserung der Sicherheit war,“ führt Ordnungsamtsleiterin Gabriele
Gotthardt aus.

Jörg Elias, Westerlands Ortswehrführer und Veranstaltungsleiter des
ISTS ergänzt: „Die Situation auf der Promenade mit den zahlreichen Feiernden über
mehrere Ebenen birgt eindeutig kritisches Potential, das es zu kontrollieren gilt.“
Allgemein wurde die Auffassung vertreten, dass der Regen viele Feierwillige
bewogen hat, nicht den Strand aufzusuchen, sodass ein verwertbares Ergebnis für
einen Vorjahresvergleich daher nicht vorliegt.

Als sehr kritisch bewerteten die Gesprächsteilnehmer die Reaktion einiger Sylter Einzelhändler,
die auf die Ausweisung legaler Abbrennbereiche umgehend mit dem Verkauf pyrotechnischer
Gegenständen reagierten. „Wir gehen davon aus, dass dies zu einem stärkeren
Abbrennen innerhalb der Ortslagen geführt hat,“ erläutert Dieter Johannsen,
stellvertretender Leiter des Polizeireviers Sylt.

Da es für ein grundsätzliches Verkaufsverbot im Einzelhandel keine Rechtsgrundlage gibt,
ist es erklärtes Ziel der Beteiligten, wieder auf einen freiwilligen Verkaufsverzicht aller Betriebe hin zu
arbeiten. Dass eine Ahndung derartiger Verstöße sich als äußerst schwierig darstellt,
war in der Runde unbestritten, dennoch soll auch dieser Punkt künftig stärkere
Beachtung finden.

In der Runde bestand Einvernehmen, dass das angestrebte
Ergebnis der Ausweisung von Abbrennbereichen – Kanalisierung der
Besucherströme in legalisierte Zonen und dadurch Reduzierung des
Gefahrenpotentials– nicht erreicht wurde. Es bestand jedoch kein Zweifel, dass das
unkontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik eine wachsende Gefährdung darstellt.
Von daher wird es als unverzichtbar angesehen, das Thema einer ausführlichen
Betrachtung zu unterziehen unter Einbeziehung aller Inselgemeinden und ggf.
weiterer Beteiligter.

Die Runde sprach sich vom Grundsatz her dafür aus, zum allgemeinen
Abbrennverbot zurück zu kehren. Dieser Auffassung schloss sich, trotz positiver
Erfahrungen, auch Hörnums Bürgermeister Rolf Speth an, denn Einvernehmen
bestand darin, dass eine solche Maßnahme nur Sinn machen würde über eine
gemeinschaftlich abgestimmte und von allen Beteiligten getragene Vorgehensweise.

Als flankierende Maßnahmen wurden z.B. genannt:

• umfassende Kommunikation des Abbrennverbotes über unterschiedliche Medien (z.B. Presse, Internet, Plakate, GGV’s, Autozug-Taschen)

• Ermittlung geeigneter Überwachungsmaßnahmen (z.B. Personenkontrollen oder Videoüberwachung)

• Rückkehr des (gesamten) Einzelhandels zur Selbstbindung für den Nicht- Verkauf

• Erarbeitung von attraktiven Alternativen zum „privaten“ Abbrennen

• „mit gutem Beispiel voran gehen“