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„Tourismusstrategie 2025“: Neue Zielgruppen, höhere Qualität, mehr Kooperation, bessere Infrastruktur

Kiel/Sylt. Mit einem breiteren Themen-Spektrum, neuen Zielgruppen, verstärktem Marketing, mehr Kooperation und einem weiteren Ausbau der touristischen Infrastruktur soll das Urlaubsland Schleswig-Holstein mit seinen rund 170.000 Beschäftigten wieder auf die Überholspur kommen: „Unter dem Motto ,30-30-3‘ setzten wir uns das messbare Ziel, bis zum Jahr 2025 auf 30 Millionen gewerbliche Übernachtungen, 30 Prozent mehr touristischen Bruttoumsatz und unter die ,Top 3‘ bei der Gästezufriedenheit zu kommen“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute, den 3. März 2014 in Kiel bei der Vorstellung der Eckpunkte der „Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2025“.

Zum Vergleich: Aktuell liegt die Zahl der gewerblichen Übernachtungen bei 24,5 Millionen und Schleswig-Holstein befindet sich im Bundesländer-Ranking bei der Gästezufriedenheit von Urlaubsreisenden auf Rang 7. Meyer: „Anders als bei der ursprünglich von Roland Berger entwickelten Tourismus-Strategie für Schleswig-Holstein werden wir zum Erreichen unserer 30-30-3-Zielmarke erstmals auch ein begleitendes Umsetzungsmanagement einsetzen.“ Dazu soll mit öffentlichen Geldern und Mitteln der Tourismuswirtschaft eigenes Personal und ein Budget zur Verfügung gestellt werden.

Wie Meyer und der Tourismus-Experte Prof. Dr. Mathias Feige von der Berliner Unternehmensberatung „dwif consulting“ erläuterten, halte Schleswig-Holstein auch künftig am Leitthema „Maritimes Urlaubs- und Erlebnisland“ fest. Bei der kritischen Überprüfung der bisherigen Tourismus-Strategie sowie einer Zielgruppenanalyse durch das „Institut für Management und Tourismus“ der FH Westküste und der GfK Nürnberg habe sich aber herausgestellt, dass die bislang verfolge Konzentration auf die drei Zielgruppen zu kurz greife.

Als besonders chancenreiche Zielgruppen stehen deshalb künftig im Fokus:

· Natururlauber, die Ursprünglichkeit und Natur erleben wollen

· Familien mit Kindern, unterteilt nach reinen Bade- und Wassersport-Urlaubern sowie „Aktivfamilien“, die auch hohen Wert auf Angebote abseits der Küste legen

· „Entschleuniger“, die Luxus genießen und etwas für ihre Gesundheit tun wollen

· „Neugierige“, die – vorwiegend als Paare – Land und Leute erleben wollen

· Städtereisende samt Kulturtouristen, die im Vergleich zu den anderen Zielgruppen in Schleswig-Holstein noch deutlich seltener anzutreffen sind.

Das auf die Zielgruppen ausgerichtete Landesmarketing wird sich dabei auf folgende Themenfelder konzentrieren:

· Natur, Familie Strand als herausragende Stärke des Tourismus in Schleswig-Holstein

· Rad fahren und Segeln als „Aktiv-Themen“

· Städtereisen sowie Gesundheitsurlaub als so genannte Entwicklungsthemen, die stärker für den Tourismus im Land erschlossen werden sollen.

Das Thema „Gesundheit“ wurde von den Marktforschern als eines der wichtigsten Querschnittsthemen mit hoher Relevanz für alle Zielgruppen eingestuft. Darüber hinaus ist künftig auch der Geschäftsreise- sowie Seminar- und Kongresstourismus ein Thema für das Landesmarketing.

Eingebettet in die neue Tourismusstrategie wird nach den Worten von Meyer die Umsetzung der neuen Landesdachmarke „Schleswig-Holstein. Der echte Norden“. „Alle Einrichtungen, die in Zukunft vom Land gefördert werden, sollen der Dachmarke Rechnung tragen, selbstverständlich ohne dabei etablierte Tourismus-Marken wie ,Nordsee‘ oder ,Ostsee‘ aufzugeben“, erläuterte der Minister.

Vor dem Hintergrund der gekürzten EU-Mittel für Infrastruktur bis zum Jahr 2020 bekräftigte Meyer, dass das Land auch in Zukunft sinnvolle Projekte ermöglichen werde – insbesondere den Ausbau und die Optimierung von Einrichtungen an den Küsten, aber auch strukturwirksame Vorhaben im Binnenland. „Denn nur wenn die öffentliche Hand in Vorleistung geht, lassen sich private Investitionen nachziehen“, so der Minister.

Festhalten wird das Land in Zukunft an der viergeteilten Organisationsstruktur von Landesmarketingorganisation (TASH), den fünf regionalen Tourismusmarketingorganisationen (TMO), den 21 lokalen Tourismusorganisationen (LTO) und den einzelnen Orten. Meyer: „Künftig wird es aber darauf ankommen, die Aufgabenteilung zu verbessern, um Doppelarbeiten zu vermeiden.“ Für die TASH werde zudem ein neues Unternehmenskonzept erarbeitet, bei dem sich die Organisation wieder auf ihre Kernaufgaben als Marketingorganisation konzentrieren und die Umsetzung der landesweiten Dachmarke übernehmen soll. „Auch wir als Land werden uns stärker in die TASH einbringen“, so Meyer.

Mit Blick auf die Präsenz Schleswig-Holsteins bei der diesjährigen Internationalen Tourismus Börse in Berlin (ITB) vom 5. bis zum 9. März sagte TASH-Geschäftsführer Christian Schmidt: „Die ITB bietet uns die ideale Plattform, um die Stärken unseres wunderschönen Landes der Welt und auch den Schleswig-Holsteinern vorzustellen. Erstmalig in diesem Jahr präsentieren wir uns unter der neuen Dachmarke ,Der echte Norden‘“. Bei einem Gang über den Stand werde deutlich, wie vielfältig ein Urlaub in Schleswig-Holstein sein könne: „Unsere Mitaussteller der Regionen und Partner wie das ,Schleswig-Holstein Musik Festival‘ und das Qualitätssiegel ,Gütezeichen Schleswig-Holstein‘ stehen für das Beste, was das Land seinen Gästen bietet.“