Vogelkojen dienten seit dem 16. Jahrhundert dem Massenfang von Wildenten. Der Bau der Kampener Vogelkoje wurde 1767 vom dänischen König genehmigt und nach holländischem Vorbild angelegt. Bis 1921 fing man hier Enten mit Jahresergebnissen bis zu 25.000 Stück.

In den Jahren 1986 bis 1988 wurde ein Teil der ehemaligen Kojenanlagen wieder aufgebaut. Während dieser Zeit konnten mit Hilfe alter Zeichnungen, Bilder und Fundamentreste die historischen Kojenhäuser äusserlich nahezu exakt rekonstruiert werden, unter Verwendung alter Verblendsteine und des traditionellen Reetdachs.

Eine Fangpfeife wurde für Lehrzwecke – ebenfalls nach alten Bildern – wiederaufgebaut. Dazu musste der vorhandene Wasserarm in seiner ursprünglichen Form hergerichtet werden, um auch hier eine möglichst originalgetreue Nachbildung zu erreichen.

Das für den Pflanzenbestand wichtige Entwässerungssystem ist unter sorgfältiger Schonung der Sylter Natur ebenfalls wieder funktionsfähig gemacht worden, einschliesslich der Schleusenanlage.

Um eine weitgehend ungestörte Beobachtung des Ententeiches zu erreichen, wurde in die Umwallung der Kampener Vogelkoje ein Beobachtungsstand (Hide) eingebaut.

Die Wege in der Sylter Vogelkoje waren so anzulegen, dass dem Besucher ein umfassender Einblick in die Kampener Vogelkoje gegeben wird, ohne dabei unverträgliche Störungen zu erzeugen.

Da bei der Durchführung sämtlicher Arbeiten die Schonung der Sylter Natur oberstes Gebot war, konnten ausser Handmaschinen keinerlei Baugeräte eingesetzt werden. So wurde z.B. sämtliches Baumaterial auf Handkarren vom Parkplatz vor der Kampener Vogelkoje an die Baustelle transportiert.

Untergebracht sind hier je eine kojenbezogene, kulturhistorische und naturkundliche Ausstellung.

Einer der vier Fangarme, die sich an einen künstlichen Süsswasserteich anschließen, ist nach altem Vorbild anschaulich rekonstruiert worden, ebenso das Entwässerungssystem mit der Schleuse.

Zwei Rundwege ermöglichen dem Besucher einen Einblick in das frühere Leben des Kojenwärters, in die Funktion der Fanganlagen und in die Pflanzen- und Tierwelt.

Ein grosser Teil dieses urwaldartigen Naturschutzgebietes bleibt von Menschen unberührt. Die Beobachtungen am Ententeich und am Deich sind daher auch abhängig von der Jahreszeit, den Zugbewegungen der Vögel und von Ebbe und Flut.

Eindrucksvoll zeigt sich in der Kampener Vogelkoje die ausserordentlich enge Verbindung von Mensch und Natur auf der Insel Sylt.

Die Kampener Vogelkoje befindet sich an der Lister Strasse, zwischen Kampen und List und gehört zum Ortsteil Kampen/Sylt.

Öffnungszeiten:

April bis Oktober Mo.-Fr. 10-17 Uhr, Sa., So., feiertags 11-17 Uhr