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Energiewendeminister Robert Habeck hat den Planungsbeginn für die Stromautobahn von Schleswig-Holstein nach Süddeutschland begrüßt. „Über diese Trasse wird vor allem unser Windstrom den Süden versorgen und dort Atomstrom ersetzen. Das ist ein weiterer Meilenstein für die Energiewende“, sagte der schleswig-holsteinische Minister am 24. Oktober 2013 in Kiel. Die Netzbetreiber Tennet und Transnet BW hatten heute den Startschuss für die ca. 800 Kilometer lange Leitung gegeben – genannt „Sued.Link“.

Die Gleichstromleitung wird den Stromaustausch zwischen dem windreichen Norden und dem sonnenreichen Süden sicherstellen. Einspeisepunkte in Schleswig-Holstein sind Wilster und Brunsbüttel. Die beteiligten Netzbetreiber beginnen damit die Umsetzung eines zentralen Projektes des Bundesbedarfsplangesetzes für den Netzausbau. Diesen hatten Bundestag und Bundesrat im Sommer beschlossen. Die Leitung „Sued.Link“ firmierte bisher unter dem Arbeitstitel „Korridor C“.

„Das ist ein Energiewendeprojekt von nationaler und europäischer Bedeutung“, sagte Habeck. Anfang des nächsten Jahrzehnts werde Schleswig-Holstein über Sued.Link Erneuerbaren Strom nach Süddeutschland und über das Nord.Link-Kabel nach Nordwegen schicken können. Die Europäische Kommission habe beide Vorhaben zu Recht als Vorhaben von „Gemeinsamen Europäischen Interesse“ eingestuft, sagte Habeck.

Nun sei es wichtig, das Projekt von vornherein gut und im engen Dialog mit Öffentlichkeit, Kommunalpolitik und Verbänden zu planen. „Ein solches Projekt löst vor Ort immer Betroffenheit aus. Ich appelliere an die Planer, die Belange von Mensch und Natur frühzeitig und soweit rechtlich möglich weit über das gesetzliche Minimum hinaus zu berücksichtigen.“

Habeck weiter: „Bei diesem Projekt ist eine Teilerdverkabelung grundsätzlich nicht nur technisch, sondern auch bundesgesetzlich im Rahmen eines Pilotprojekts möglich. Das sollte auch umgesetzt werden, wenn es planerisch erforderlich ist. Besonders kniffelig werde das Thema Elbquerung. „Für diesen sensiblen Naturraum erwarte ich ein besonders hohes Maß an planerischer Sensibilität. Da beraten wir gerne“

Habeck hält es für richtig, dass Netzbetreiber, Bundesnetzagentur und Gesetzgeber für diese Übertragungsaufgabe sowohl auf eine neue Technologie als auch auf ein neues Planverfahren setzen. „Ein Infrastrukturprojekt dieser Dimensionen und Komplexität lässt sich wohl nur mit einer gehörigen Portion Respekt und Demut realisieren. Aber es gilt auch: Sued.Link muss möglichst schnell realisiert werden. “Schon voraussichtlich 2018 wird in Schleswig-Holstein die Westküstenleitung fertig, die Windstrom in den Kreisen Dithmarschen und Nordfriesland einsammelt. Bis 2022 gehen zudem die letzten Atomkraftwerke vom Netz. Dann muss Sued.Link stehen.“

Anders als bei anderen Netzausbauprojekten ist bei Sued.Link nicht das Land Genehmigungsbehörde, sondern die Bundesnetzagentur. Nach derzeitigem Stand soll die sogenannte Bundesfachplanung – eine Art Raumordnungsverfahren für länderübergreifende Ausbauvorhaben in Zuständigkeit der Bundesnetzagentur – Anfang 2014 starten. Dann werden auch konkretere Pläne für Sued.Link öffentlich. Das Energiewendeministerium sei bereits im Gespräch mit den betroffenen Kreisen und dem Netzbetreiber über geeignete Dialogformate mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Im Rahmen der Bundesfachplanung werde die Landesregierung die vorgelegten Trassenpläne prüfen und ggf. eigene Vorschläge einbringen.