Das Buch des Sylter Immobilienmaklers Eric Weißmann Aber bitte mit Reet

Sie trotzen Wind und Wetter, schützen vor Hitze und Kälte und gelten als Sylts schönstes Möbelstück: Strandkörbe sind Kuschel-Ecken, Ruhezonen und kleine Wellness-Oasen in einem. Noch warten die meisten der rund 12.000 Sylter Allwetter-Sitze im Winterquartier auf ihren Einsatz
In den Strandkorbhallen der Insel herrscht rege Betriebsamkeit: Jeder einzelne Sitz wird auf Beschädigungen und Verschleiß geprüft, defekte Teile werden repariert oder ausgetauscht. Spätestens in der letzten Märzwoche reisen die flotten Zweisitzer dann im Dutzend per Hänger aus ihrem Winterquartier zurück an den Strand. Dort wuchten muskulöse Arme die jeweils rund 80 Kilogramm schweren Körbe in den feinen Sylter Sand. Spielt das Wetter mit, müssen sie allein an den Stränden von Westerland und Rantum bis zu 700 Mal zupacken.

Und das ist nur die Ouvertüre zum Saisonbeginn – bis zur Hauptreisezeit im August sind noch ein paar Kilogramm mehr zu stemmen: Rund 3800 Sessel zieren dann die Strände in der Inselmitte. Doch weil die bekanntlich nicht nur lang, sondern auch breit sind, stellt sich selbst an stark frequentierten Sommertagen kein Ölsardinen-Gefühl ein. Das verspricht Westerlands Strandkorb-Oberwächter Karl-Heinrich Andresen, der bei der Bestimmung des Abstandes zwischen den Körben eher auf Distanz geht: „Wir achten beim Aufstellen auf den Wohlfühlfaktor“.

Damit der Sitzkomfort der Urlauber nicht durch rostige Schrauben, schwergängige Klapptische oder rissigen Stoff getrübt wird, überprüfen Strandkorb-Oberwächter Andresen und seine Crew während der kurzen Winterpause jeden einzelnen Sitz auf Beschädigungen und Verschleiß, reparieren defekte Teile oder tauschen sie aus – Wind, Salz, Feuchtigkeit und Sonne setzen schließlich auch der robustesten Konstruktion zu. Und rund zehn Jahre muss so ein Sylter Strandkorb schon dem rauen Nordseeklima trotzen, bevor er in den Ruhestand geht.

Allein in Westerland und Rantum werden in diesem Jahr fast 450 Strandkörbe ausgemustert und durch neue Exemplare ersetzt. Die wettergegerbten, aber noch gut erhaltenen Veteranen starten dann ihre zweite Karriere auf Eigenheim-Terrassen in ganz Deutschland: Unter Gästen gelten die außer Dienst gestellten Oldies als beliebtes Urlaubs-Souvenir, das für einen günstigen Preis dauerhafte Sylt-Erinnerungen garantiert: Rund 150 Euro kostet ein überprüfter Gebraucht-Korb, Exemplare, die nicht mehr so gut in Schuss sind, gehen sogar für 50 Euro weg: „Die sind aber dann eher etwas für Heimwerker“, warnt Greg Baber. Als „Strandsupervisor“ von Kampen koordiniert er die Aufstellung von fast 1300 Strandkörben. Ein paar Freiluftsessel allerdings hat der Kampener 365 Tage im Jahr im Einsatz. Und bestätigt damit nur, was Kenner ohnehin schon wissen: Im Strandkorb gibt es keine Jahreszeiten: „Wenn im Winter schönes Wetter herrscht, ist oft kein Platz mehr zu bekommen.“

Wer möchte, kann sich seinen Wohlfühl-Platz an der Sonne schon jetzt sichern und in einem der Inselorte entlang der Westküste reservieren – bis zum 31. März sogar mit Frühbucherrabatt. Die Preise variieren je nach Saison und Strandabschnitt zwischen 5 Euro und 9,50 Euro pro Tag. Bei einer Anmietdauer über mehrere Tage oder Wochen fällt der Tagespreis teilweise deutlich geringer aus. Weitere Informationen dazu gibt es bei der Sylt Marketing GmbH telefonisch unter 04651-82020 oder im Internet unter www.sylt.de/strandkorb.

Hintergrund-Info:
Auch wenn der Strandkorb zu Sylt gehört wie Ebbe und Flut – erfunden wurde der Allwetter-Sitz drüben an der Ostsee: Ein Rostocker Korbmacher ersann ihn im Auftrag einer rheumakranken Kundin, die eine Sitzgelegenheit für den Strand suchte. Gebaut werden die beliebten Möbelstücke aber natürlich auch auf der Insel: Kunden von „Sylt-Strandkörbe“ können aus 64 Varianten und 200 unterschiedlichen Stoffbezügen ihr Traumodell wählen. Das Rantumer Familienunternehmen (www.sylt-strandkoerbe.de) stellt 1500 Körbe pro Jahr her und beliefert Kunden in aller Welt.