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20. Kampener Literatur- und Kultursommer

Ein perfekter Auftakt des 20. Kampener Literatur- und Kultursommers zu der Tourismus-Direktorin Birgit Friese eingeladen hatte: Zu Gast im Kaamp-Hüs Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, der im Gespräch mit dem Journalisten und Bestsellerautor Michael Jürgs über Chancen und Risiken seines im vergangenen Monat erschienenen politischen Sachbuchs „Hoffnungsland – Eine neue deutsche Wirklichkeit“ diskutierte.

Kaum mal leere Worthülsen stattdessen für das Publikum nachvollziehbar konkrete Wertvorstellungen auf die kritischen Fragen des professionellen Moderators wie sich Olaf Scholz eine zukünftige Politik der selbstbewussten Zuversicht vorstellt. Sicherlich nachvollziehbar, dass im Verlauf des anderthalbstündigen Talks die Migrationsdebatte ganz oben auf der Agenda stand. Nicht parteipolitisch, sondern aus seiner Sicht der Dinge im Bemühen um Gelassenheit ging der 58-Jährige das Thema an und sieht das Potenzial der knapp 33 000 derzeit in Hamburg lebenden Flüchtlinge als „Teil der Zukunft unserer Stadt“ an und weiß, dass er im strategischen Vorgehen auch die Seite der Bürger bezüglich dieser neuen deutschen Wirklichkeit zu befrieden hat. Nur ein kurzes Nachdenken bei Hamburgs Bürgermeister dann die pragmatische Antwort als sein Gegenüber ihn nach der persönlichen Einschätzung der von der Kanzlerin vor einem Jahr verkündeten drei markanten Worte „Wir schaffen das“ fragte, die bekanntlich ihre Gegner provozierte und ihre Anhänger elektrisierte.

Seine Antwort: „Wir können es hinkriegen“ und fordert in der Bewältigung der humanitären Verantwortung ausdrücklich die europäische Verantwortung ein.

Weitere Themen: Wie soll sich die Europäische Union nach Brexit und rechtspopulistischen Strömungen profilieren, wie kann sich Gerechtigkeit in Zeiten der Globalisierung weiterentwickeln und warum ist Deutschland unter dem Schrecken Europas für so viele zum Hoffnungsland geworden. Mit dabei unter den Zuhörern Ehefrau Britta Ernst, seit 2014 Ministerin für Schule und berufliche Bildung im Holsteiner Kabinett von Torsten Albig, denn schließlich ist ihr in dem 224 Seiten umfassenden Werk zu Beginn eine ganze Seite mit klarer Aussage gewidmet: „Für Britta“.

Bis 7. September gibt es in Kampen an 13 weiteren Terminen viel Interessantes an erstklassischen Literatur- und Kulturevents.

Jörg Sonntag

Nach Ende seiner beruflichen Laufbahn seit 2007 Neu-Sylter mit Ambitionen zur Erstellung von Berichten und Reportagen über Themen, die ihn interessieren und neugierig machen wie bereits zu seiner Studienzeit für eine rheinische Lokalzeitung - als freier Journalist und seit 2010 für Reportagen eines Fachmagazins in Schleswig-Holstein.

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