Rantum/Sylt. Wenn auf Sylt von einem traditionsreichen Familienunternehmen die Rede ist, dann gehört die Rantumer Strandkorb-Manufaktur mit zu den allerersten Adressen. In der dortigen Hafenstraße hat sich seit mehr als sechs Jahrzehnten das Phänomen Strandkorb als eine eigenständige Kultur entwickelt. Waren es in den Anfangsjahren überdeckte Stühle, die als Strandinventar Schutz vor Sonne und Wind ohne viel Bequemlichkeit boten, so sind es heute wahre Designer-Sitzmöbel mit unterschiedlichem Komfort. Und da weiß Firmenchef Willy Trautmann und sein Team mit der Symbiose aus Holz, Stoff, Polstern, Klammern, Schraubenbeschlägen und dem entsprechenden Geflecht, am besten umzugehen. „Handarbeit steht bei uns ganz vorne an unter Anwendung hochwertiger Materialien als Pendant gegen die salzhaltige Luft auf Sylt“, berichtet Firmen-Junior Benjamin Trautmann, der ebenso wie Schwester Swenja und Mutter Erkel in den täglichen Arbeitsablauf mit eingebunden ist.

Den Sitzkomfort der seit 1975 gefertigten typischen „Sylt-Strandkörbe“ aus mehr als 300 Einzelteilen genießen die Kunden vor allem in dem Klassiker „Westküstenstrandkorb“ mit einem Neigungswinkel bis zu 45 Grad oder dem „Horizontalstrandkorb“, der sich bis zu 90 Grad verstellen lässt. Dazu exklusive und außergewöhnliche Exemplare wie etwa die Sonderedition „Gosch-Lounge“ mit zwei gegenüber liegenden Sitzbänken, einem integrierten Tisch nebst Beleuchtung und Heizlüfter. Auf Wunsch gibt es auch automatisches Möwengezwitscher sobald sich jemand in den Strandkorb setzt und Sitzheizung inklusive. Zwischen 1.310 und 6.100 Euro sollte für jeden der ganz individuelle Strandkorb dabei sein, auf Nachfrage auch mit markanten Sylter Emblemen. Bis nach Australien wird in Einzelfällen geliefert. Durch die neue Anbindung der Insel an die Schweiz sind die dortigen Eidgenossen mittlerweile die zweitgrößte Abnehmergruppe nach dem Inlandsmarkt. Körbe mit dem kultigen Sansibar-Emblem stehen auf dem Kreuzschiff „MS Deutschland“, im Adlon-Hotel in Berlin oder auf der Dachterrasse des renommierten Hotels „Ritz“ in Moskau – es bedarf kaum eines besseren Alibis für eine derart gute Handwerksleistung wie die der Sylt-Strandkörbe. Ausführliche Beratung in allen Detailfragen vor Ort inklusive.

Fast wäre der XXXL-Strandkorb zum G8-Gipfel im Juni 2007 in Heiligendamm in Rantum gefertigt worden. Die damalige Anfrage vom Auswärtigen Amt musste (leider) aus Arbeitsüberlastung abschlägig beschieden werden.