Das Buch des Sylter Immobilienmaklers Eric Weißmann Aber bitte mit Reet

Gemessen an den Grundstückspreisen verfügt Sylt über den mit Abstand teuersten Boden der Republik. Gegen die Winterstürme stemmen sich die Behörden Jahr für Jahr mit immer neuen Sandvorspülungen. Jüngstes Beispiel ist die Aufschüttung des Mövenbergdeichs zum Schutz des nördlichsten Ortes List, für die 2013 rund 10 Mio. € aufgewendet werden. Den Stürmen und damit der offenen See abgewandt reihen sich die teuersten Lagen entlang der Wattseite von Mellhörn im Süden von List gelegen, über Kampen, Braderup bis Keitum. In Mellhörn markierte der Gutachterausschuss einen Sprung der Bodenrichtwerte von 500 € Anfang des 21. Jahrhunderts auf aktuell 2.500 €/m².

Im Markt auf Sylt herrscht weiterhin Bewegung. Viele Bestandsobjekte werden durch neue, komfortablere Immobilien, die höchsten Ansprüchen an Ausstattung und Qualität gerecht werden, ersetzt. Am teuersten sind die Quadratmeterpreise im östlichen Teil Kampens mit Blick auf das Wattenmeer. Kampen steht mit der renommierten „Whiskey-Meile“, mondänen Bars und erstklassigen Hotels sowie Restaurants für einen exklusiven Lebensstil. An der Wattseite dürfen nach Ortssatzung nur etwa 5 bis 6% eines Grundstücks mit einem Haus bebaut werden. Wer also eine Reetdachvilla mit etwa 150 m² Grundfläche bauen möchte, braucht etwa 20 Mal so viel an Grund und Boden. Die Grundstückspreise allein können mangels Angebot und bei hoher Nachfrage leicht doppelt so hoch liegen wie in Mellhörn. Häuser in den Straßen Hobokenweg, Osterheideweg, Heidewinkel/ Heideweg und Wiesenweg erreichen mindestens zweistellige Millionenwerte, wenn es denn überhaupt einmal ein Angebot gibt. Hier befindet sich mit 35.000 €/m² im Hobokenweg unverändert die teuerste Straße Deutschlands.

Entsprechende Immobilien in den Toplagen wurden im vergangenen Jahr hauptsächlich von norddeutschen Käufern insbesondere aus Hamburg (32%) erworben. Neben den norddeutschen Bundesländern war die nordfriesische Insel auch bei Käufern aus Nordrhein-Westfalen (25%) für eine Immobilieninvestition sehr begehrt. Auch Investoren aus dem Rest der Bundesrepublik (13% aus Niedersachsen sowie jeweils 6% aus Bayern, Brandenburg und Rheinland-Pfalz) vertrauten auf die Stabilität des Sylter Wohnimmobilienmarktes.

 

Quelle: Engel & Völkers