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Erneut lockte das Verdensballett zahlreiche Sylter und Gäste in den Benen-Diken-Hof nach Keitum. In diesem Jahr auch mich. Zum Glück, denn die Vorstellung war einfach zauberhaft. Die romantische Kulisse des historischen Anwesens und das ein wenig stürmische Inselwetter boten den international renommierten TänzerInnen eine wunderbare Bühne, uns Zuschauer in die Welt von Schwanensee und Co. zu entführen.

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Weltballett

“Verdensballetten” ist dänisch und heißt schlicht “Weltballett”. Seit 10 Jahren kommen unter der Leitung des dänischen Tenors Jens-Christian Wandt die besten Tänzer Europas zusammen, um gemeinsam auf eine Sommertournee zu gehen und unter freiem Himmel den Tanz in die Welt – bzw. nach Dänemark – zu bringen. Sylt ist eine Ausnahme und die einzige Station in Deutschland. Dieses Jahr gastierte das Ensemble bereits zum dritten Mal im Bene-Diken-Hof.

Bereits vor der Veranstaltung treffen sich Ballettfans und solche, die es noch werden wollen (und heute sicher werden) auf der Wiese vor dem Hotel auf ein Glas Wein. Es gibt Austern für Verwöhnte, aber auch Currywurst, Hot Dogs (es ist schließlich eine dänische Veranstaltung) oder schlicht eine Brezel. Schon jetzt merkt man, es wird wohl nix mit der erhofften lauen Sommernacht. Der Wind ist ziemlich frisch. Wie praktisch, dass es bezahlbare Decken zu kaufen gibt. Wer schlau ist (ich nicht), hat sich von zu Hause ausreichend Wärmendes mitgebracht.

Pünktlich um 19.30 geht es los. Durch das Programm führt Jens-Christian Wandt persönlich auf äußerst charmante Weise. Auftakt ist eine energiegeladene und mitreißende Choreographie des Bundesjugendballetts aus Hamburg. Schön! Und nur auf Sylt zu genießen im Rahmen der Tournee.

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Schwarzer Schwan, weißer Schwan

Danach geht es klassischer weiter. Unter der künstlerischen Leitung von Steven McRae verzaubern uns die Top-Tänzer vom Staatsballett Berlin und Royal Ballett of London  – wie zum Beispiel Iana Salenko, Nehemiah Kish oder Yuhui Choe – mit Ausschnitten aus Tschaikowskis „Schwanensee“ und einem wunderbaren Pas de Deux aus dem „Nussknacker“. Hach, tanzen müsste man können. Ich bin in jedem Fall hingerissen und vergesse glatt, dass ich eigentlich friere. Apropos frieren – es ist wirklich frisch und im Gegensatz zu den dick eingepackten Zuschauern stehen die Künstler in äußerst luftigen Kostümen auf der Bühne.  Sie performen trotzdem mit bewundernswerter Leichtigkeit.

Neben den Tänzern wird auch Musikalisches auf höchstem Niveau geboten: Das Duo Valentin & McKenzie an Violine und Piano überzeugt mich ebenso wie die sehr sympatische Sopranistin Susanne Elmark. Auch Jens-Christian Wandt zeigt, dass er nicht nur ein sehr angenehmer Moderator ist, sondern eben auch ein erstklassiger Tenor.

Ob Ballettfan oder nicht – das Verdensballet zu sehen, ist ein Hochgenuss. Und ich bin auf jeden Fall nächstes Jahr wieder dabei.

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