Wer seinen Urlaub auf der schönen Nordseeinsel Sylt verbringen möchte, hat viele Möglichkeiten anzureisen. Ob mit der Syltfähre von Dänemark aus, dem Flugzeug oder mit dem Syltshuttle von Niebüll. Der Autozug ist wohl das häufigst genutzte Reisemittel, um auf die Insel Sylt zu gelangen. Bequem und schnell geht es von Niebüll über den 11 Kilometer langen Hindenburgdamm in knapp 40 Minuten nach Westerland/Sylt. Der in den Jahren 1923-1927 erbaute Damm, wurde nach dem damaligen Reichspräsident Paul von Hindenburg benannt. DieEisenbahnstrecke durchfährt einen Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Direktverbindungen von vielen Deutschen Bahnhöfen sorgen für ein entspanntes Reisen. Vorbei an den Inselbahnhöfen Morsum und Keitum erreicht man Sylt, die mit 99,14 qm² viertgrösste Insel Deutschlands. Sylt wurde erstmals als „Sild“ im Jahr 1141 erwähnt. Es gibt viele Theorien über den Namensursprung. Eindeutig geklärt wurde die Namensgebung von Sylt jedoch nie richtig. Die Nordseeinsel Sylt ist seit mehr als 100 Jahren ein beliebter Badeort und wurde 1855 offiziell zum Seebad erklärt. Das Reizklima, massgeblich beeinflusst durch den Golfstrom, sorgt für eine entsprechende Heilwirkung. Sylt besteht aus den Orten List, Kampen, Wenningstedt, Braderup, Westerland, Keitum, Rantum, Hörnum, Morsum, sowie Archsum. Sylt ist mehr als eine Insel. Für ihre zahlreichen Stammgäste ist die Insel eine Philosophie. Was aber genau macht dieses kleine Eiland in der Nordsee so besonders? Die Antworten auf die Frage sind so zahlreich wie vielfältig: Sylts Einzigartigkeit liegt im Zusammenspiel von Kontrasten, die gemeinsam das ergeben, wofür die Insel steht: Meer. Leidenschaft. Leben. Sylt bietet eine aufregende und zugleich unaufgeregte Mischung aus Laissez-faire und Savoir-Vivre. Das Lebensgefühl einer Metropole umgeben von unberührter Natur und Refugien der Ruhe. Dazu zwölf Ortschaften, jede mit ganz eigenem Naturell und Charme: Das pulsierende Westerland, das mondäne Kampen, das idyllische Keitum und die grünen Oasen im Inselosten Morsum, Archsum und Munkmarsch. Die Doppelgemeinde Wenningstedt-Braderup, die sich von der rauen Brandungsseite im Westen bis zur sanften Heidelandschaft im Osten ausbreitet. Die beiden Hafenorte List im Inselnorden und Hörnum am südlichen Zipfel der Insel. Tinnum zwischen Stadt und Land und Rantum zwischen den Meeren an der schmalsten Stelle der Insel. Trotz ihrer geringen Größe von nicht einmal hundert Quadratkilometern begeistert Deutschlands nördlichste Insel mit seinen facettenreichen Natur- und Landschaftsformen: Raue Brandung an der Westseite und stilles Wattenmeer im Osten. Urwüchsige Dünen und grüne Deiche. Blühende Heide und majestätische Kliffs. So trubelig bunt, vielfältig und schillernd sich Sylt auch manchmal nach außen zeigt: Die Seele der Insel ist leise, sensibel und vor allem schutzbedürftig. Jeder zweite der knapp hundert Quadratkilometer des kleinen Eilands steht unter Landschafts- und Naturschutz, das Wattenmeer vor Sylt ist sogar UNESCO-Weltnaturerbe und gehört damit offziell zu den bedeutendsten Naturdenkmälern der Welt. Auch das Klima geizt nicht mit seinen Reizen: In den Brisen, die der Nordseewind an Land weht, schweben die Mineralien und Spurenelemente des von der Brandung fein zerstäubten Meerwassers. Das gesunde Reizklima lässt sich insbesondere bei Spaziergängen entlang des Flutsaums in vollen Atemzügen genießen. Eine ideale Ergänzung zu den natürlichen Heilfaktoren bilden die Wellness-Einrichtungen der Insel, mit denen das „Entspannen auf Sylt“-Basispaket nach Belieben erweitert und ergänzt werden kann. Um zu erfahren, wie viel Meer, Leidenschaft und Leben die Insel Sylt bereithält, braucht es nur ein wenig Neugier. Und den Mut zu neuen Entdeckungen. Denn Sylt ist immer in Bewegung – so, wie Wind und Wasser die Landschaft stetig neu prägen, so sorgen auch neue Ideen für frischen Wind auf der Insel. Sportliche Top-Events wie die German Polo Masters Sylt oder der Windsurf World Cup Sylt bieten ganzjährig Unterhaltung auf internationalem Niveau. Und auch all diejenigen, die das sportliche Ruder selbst in die Hand nehmen möchten, sind auf Sylt genau richtig. Die Nordsee rund um Sylt ist ein ideales Revier für alle Wassersportler, Golfer können auf vier Golfplätzen abschlagen und Nordic Walker gehen auf den 220 Streckenkilometern auf die Piste. Zahlreiche kulturelle Angebote zeugen von der langen Tradition Sylts als Künstlerinsel – angefangen beim Kampener Literatursommer über das Meerkabarett bis hin zum Sylt Art Festival. Für ebenso viel Aufsehen bzw. Aufhorchen sorgt Sylt mit seinem kulinarischen Angebot: Kaum eine Großstadt verfügt über eine vergleichbare gastronomische Dichte, Vielfalt und Klasse. Mehr als 200 Lokalitäten, vom legeren Strandbistro bis zum eleganten Gourmet-Restaurant, bescheren eine schmackhafte Qual der Wahl.

A – WIE AUTOZUG UND AUSTERN

Seit 1950 verkehrt der DB AutoZug SyltShuttle auf der 39 Kilometer langen Strecke zwischen Festland und Insel. In Niebüll werden PKW, LKW und Motorräder verladen und über den Hindenburgdamm nach Westerland transportiert. Pro Jahr passieren etwa 900.000 Fahrzeuge den Damm in beide Richtungen. Während der 35-minütigen Fahrt kann man sich bequem zurücklehnen und erste Meeresluft schnuppern. In Deutschlands einziger Austernzucht reifen alljährlich zwischen zwei und drei Millionen Austern heran, die unter dem Label „Sylter Royal“ europaweit vertrieben werden. Die Austernzucht hat auf Sylt eine lange Tradition und reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Seit 1986 werden die schmackhaften Schalentiere auf einer ca. 30 Hektar großen Fläche im Wattenmeer der Blidselbucht vor List kultiviert. B – WIE BIIKEBRENNEN UND BUHNEN Alljährlich am 21. Februar feiern die Sylter ihr Nationalfest, das so genannte Biikebrennen. Weithin leuchten dann in den Inselorten lodernde Holzstapel, zu denen Sylter und Gäste in Fackelzügen marschieren. Einst sollten die zehrenden Flammen die Götter milde stimmen. Später symbolisierten die Biiken die Vertreibung des Winters und verabschiedeten die Sylter Seefahrer. Buhnen sind Bauwerke für den Küstenschutz. Sie ragen rechtwinklig zum Strand etwa 100 Meter ins Meer hinaus. Die ersten Bollwerke aus dem Jahre 1869 waren aus Holz, ab 1927 versuchte man es auch mit Eisen und seit den 1950 mit Stahlbeton. Die erhoffte Wirkung, die küstenparallele Strömung vom Strand fernzuhalten, trat jedoch nicht ein. Seit 1970 werden sie Stück für Stück entfernt.

C – WIE CAMPINGPLÄTZE UND C.-P.-HANSEN-PREIS

Es gibt sieben öffentliche Campingplätze – und zwar in Westerland, Rantum, Hörnum, Wenningstedt, Kampen, Tinnum und Morsum. Dazu kommt der Jugendzeltplatz Dikjendeel. Zusammen verfügen diese Campingplätze über rund 1700 Stellplätze für Wohnwagen und Zelte. Das Abstellen von und das Übernachten in Wohnwagen und Zelten ist außerhalb der Campingplätze verboten. Mit der Verleihung des C.–P.-Hansen-Preises wird an den Sylter Chronisten C.-P. Hansen erinnert. Der Hauptpreis wird seit 1960 denjenigen verliehen, die sich in den Bereichen friesische Kultur, Sprache und Geschichte der Insel verdient gemacht haben. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist außerdem der Jugendpreis. D – WIE DÜNEN UND DEICHE Dünen sind Sandberge, die über Jahrhunderte vom Wind gebildet wurden. Fast ein Drittel der Insel ist mit Dünen bedeckt (2900 Hektar). Der größte Teil der Dünenlandschaft steht heute unter Naturschutz und darf nur auf den insgesamt rund 40 Kilometer Kies- oder Bohlenwegen überquert werden. Vom Ellenbogen bis zur Hörnum-Odde gibt es über 80 solcher Dünenübergänge. Insgesamt ist Sylt auf einer Strecke von mehr als 22 Kilometern mit Deichen geschützt. Die wallartigen Erdaufschüttungen dienen der flachen Marsch zum Schutz vor Sturmfluten. Einige Strecken auf der Wattseite bei Rantum, Kampen und List sowie das südöstliche Marschgebiet von Morsum bis Rantum sind besonders gefährdet. E – WIE ELLENBOGEN UND ERLEBNISZENTRUM NATURGEWALTEN Der Ellenbogen bezeichnet den nördlichen Zipfel der Insel Sylt. Wer am Ellenbogen steht, darf sich stolz als nördlichster Mensch Deutschlands bezeichnen. Die stellenweise nur 300 Meter schmale, lang gestreckte Halbinsel besticht durch ihre urwüchsige, ausgedehnte Dünenlandschaft. Der Ellenbogen befindet sich bereits seit 1608 im Privatbesitz mehrerer Lister Familien. Um die Kräfte der Natur und ihre Auswirkungen auf den maritimen Lebensraum begreifbar zu machen, wurde in List am Rande des Hafengeländes das Erlebniszentrum Naturgewalten gegründet. Auf 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche erfährt man auf unterhaltsame Weise Wissenswertes über die drei Themenbereiche „Kräfte der Nordsee“, „Leben mit Naturgewalten“ sowie „Klima, Wetter, Klimaforschung“. F – WIE FÄHRE UND FLUGHAFEN Zwischen List auf Sylt und der dänischen Nachbarinsel Rømø pendelt bis zu sieben Mal täglich die 2005 neugebaute MF SyltExpress. Die Fährlinie der Sylt-Fähre wurde 1963 eröffnet und befördert im Jahr bis zu 100.000 PKW. Ein moderner Anleger mit einer Tragfähigkeit von 72 Tonnen ermöglicht das Be- und Entladen der Fähren auch bei extremen Wasserständen. Die Überfahrt dauert rund 40 Minuten. Der Flughafen Sylt liegt in zentraler Insellage vor den Toren Westerlands. Mit einem jährlichen Passagieraufkommen von rund 210.000 Gästen (2010) ist er an das Streckennetz nationaler und internationaler Fluggesellschaften angebunden. Zahlreiche Linienflüge verbinden Sylt im Sommer mit den deutschen und europäischen Metropolen. Mittlerweile ist Sylt auch im Winterflugplan der Airlines vertreten. G – WIE GEZEITEN UND GEOGRAPHIE Mit Gezeiten bezeichnet man die täglichen Wasserstandsschwankungen der Weltmeere. Sie entstehen durch die Anziehungskräfte von Mond und Sonne und durch die Fliehkräfte, die auf der den Gestirnen abgewandten Seite der Erde erzeugt werden. Steigt der Wasserstand, nennt man das Flut, das Abfallen des Wasserstandes nennt man Ebbe. Sylt ist mit einer Größe von rund 99 Quadratkilometern die größte deutsche Nordseeinsel und nach Rügen, Usedom und Fehmarn die viertgrößte deutsche Insel. Sylt erstreckt sich über 38 Kilometer in Nord-Süd- Richtung und ist im Norden, am Königshafen bei List, nur etwa 320 Meter breit. An ihrer breitesten Stelle misst sie 12,6 Kilometer. Sylt liegt geografisch auf der gleichen Höhe wie der Südzipfel Alaskas. H – WIE HINDENBURGDAMM UND HEIDE Seit 1927 verbindet der rund elf Kilometer lange Hindenburgdamm die Insel mit dem Festland. Benannt wurde der ausschließlich für den Eisenbahnverkehr gebaute Damm nach dem damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, der auch als Ehrengast an der ersten Zugfahrt teilnahm. Ursprünglich eingleisig ausgebaut, später mit einer Ausweiche versehen, ist er heute durchgehend zweigleisig. Die Sylter Heide stellt mit rund 2.900 Hektar Fläche fast die Hälfte aller Heidegebiete in ganz Schleswig- Holstein dar. Über 2.000 Tier- und Pflanzenarten sind hier Zuhause. Eine Herde Heid- und Moorschnucken beweidet die Heide zwischen Braderup und Morsum und sorgt so für eine gesunde Entwicklung der Heidelandschaft. Im Hochsommer blüht die Heide und gleicht einem rosa-violetten Teppich. I – WIE INSELBAHN UND INSELSCHREIBER Im Jahre 1888 wurde eine erste 4,2 Kilometer lange Dampfspurbahn vom Munkmarscher Hafen nach Westerland gebaut. Später wurde das Streckennetz weiter ausgebaut und hatte eine Länge von 38,6 km. 1970 ging die Inselbahn auf Ihre letzte Fahrt und wurde durch Omnibusse abgelöst. Heute dient die alte Inselbahntrasse Spaziergängern und Fahrradfahrern dazu, die Sylter Dünenwelt zu erkunden. Die Stiftung kunst:raum sylt quelle fördert internationale Gegenwartskultur aller Sparten. Seit 2001 vergibt das nördlichste Kulturforum Deutschlands jährlich das Literaturstipendium des Inselschreibers an deutschsprachige Autoren. Die Auszeichnung umfasst u.a. ein Preisgeld von 5000 Euro und einen zweimonatigen Aufenthalt in einem Appartement der Stiftung kunst:raum sylt quelle in Rantum. J – WIE JUGENDHERBERGEN UND JÖÖLBOOM Die drei Sylter Jugendherbergen in Hörnum, List und Westerland verfügen über mehr als 600 Betten. Sie alle liegen inmitten einer wunderschönen Dünenlandschaft und nur einen Katzensprung vom Strand entfernt. In der Westerländer Jugendherberge Dikjen Deel können Besucher auch auf dem angeschlossenen Jugendzeltplatz übernachten. Weil auf Sylt der Waldwuchs eher spärlich und die Beschaffung von Tannenbäumen sehr kostspielig war, erfanden die Sylter Ihren eigenen Weichnachtsbaum, den Jöölboom. Das aus Holz gefertigte Gestell wird mit Figuren aus Salzteig, einem Kranz aus Tannengrün sowie Dörrobst und Äpfeln geschmückt. Der Jöölboom wird in Handarbeit gefertigt und auf den Sylter Weihnachtsmärkten verkauft. K – WIE KÜSTENSCHUTZ UND KLIMA Besonderen Schutzes bedarf die sensible Küstenlandschaft vor Sylt. Keine andere nordfriesische Insel ist der geballten Wasserkraft der Nordsee so schutzlos ausgeliefert wie Sylt. Jedes Mal, wenn der “Blanke Hans” wütet, reißt er ein weiteres Stück der Küste mit sich ins Meer. Um die Insel langfristig besser schützen zu können, wurde im Sommer 2007 die Stiftung Küstenschutz Sylt gegründet. Das Sylter Klima wird überwiegend durch aus westlichen Richtungen herangeführte atlantische Luftmassen geprägt, die einen im Vergleich zum Festland mäßig warmen Sommer und einen relativ milden Winter mit sich bringen. Die Sonne scheint auf Sylt im Jahr etwa 1750 Stunden. Temperatur, Wind und Strahlung sorgen für ein gesundes Reizklima. L – WIE LEUCHTTÜRME UND LISTLAND Auf Sylt ragen vier Leuchttürme in den Himmel. Der höchste ist mit 38 Metern bzw. 179 Treppenstufen der Kampener Leuchtturm, der auch zugleich der dienstälteste (1855) ist. Nur unwesentlich jünger sind die beiden rot-weißen Riesen am Ellenbogen. Ein Stockwerk des Hörnumer Leuchtturms fungierte von 1919 – 1933 als Schulraum. Heute kann der 33,5 Meter-Riese besichtigt werden, auch Trauungen sind möglich. Das Listland, besser bekannt als Ellenbogen, liegt im Norden der Insel. Etwa 1.284 Hektar des insgesamt rund 1.600 Hektar großen Areals besteht aus Dünen und Wanderdünen. Seit 1923 steht das Gebiet unter Naturschutz und ist in Privatbesitz einer 30-köpfigen Erbengemeinschaft. Die Mautgebühr, die von Autound Fahrradfahrern erhoben wird, dient der Unterhaltung der Straßen und Wege. M – WIE MOIN UND MEERKABARETT Moin! Mit diesem Wort begrüßt man sich auf Sylt unabhängig von der Uhrzeit. Der Begriff leitet sich nicht ab von der gebräuchlichen morgendlichen Begrüßung „Guten Morgen“, sondern vom alten Seefahrergruß „Mojen Wind“ („Guten Wind“). So ist es nicht verwunderlich, dass man sich auf Sylt auch am Abend mit einem lang gezogenen Moin begrüßt. Seit 1994 ist der Sommer auf Sylt untrennbar verbunden mit dem Meerkabarett. In den ersten Jahren seines Bestehens schlug das Kulturfestival sein Chapeau-Zelt am Flughafen Sylt auf. Seit vier Jahren gastiert der Ableger der Fliegenden Bauten in den Produktionsräumen der Sylt-Quelle in Rantum. Zwischen Wasserkästen und Abfüllanlagen begeistern Wortjongleure und Tonkünstler aus aller Welt ihr Publikum. N – WIE NORDSEE UND NATIONALPARK WATTENMEER Die Nordsee wird volkstümlich auch als „Blanker Hans“ bezeichnet. In dem rund 575 000 Quadratmeter großen Randmeer des Atlantischen Ozeans bestimmen westliche Winde das Klima. Während der gefürchteten Sturmfluten werden jedes Jahr große Teile der Sylter Küste abgebrochen. Die Wellen erreichen dann je nach Windstärke eine Höhe von bis zu sechs Metern. Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist der größte Nationalpark Mitteleuropas und zeichnet sich durch die Einmaligkeit zahlreicher Pflanzen- und Tierarten aus. Seit 1985 ist der Bereich zwischen der deutsch-dänischen Grenze und der Elbemündung in der höchsten Schutzgebietskategorie. Seit Sommer 2009 ist das Wattenmeer vor Sylt Teil des UNESCO Weltnaturerbes O- WIE ODDE UND ÖLZEUG Die Hörnum-Odde ist der südlichste Zipfel der Insel. Sie ist aufgrund ihrer exponierten Lage bei Sturmfluten besonders betroffen und wurde im Laufe der Zeit deutlich dezimiert. Nur noch knapp 1,5 Stunden dauert die Umwanderung zu Fuß. Die Odde sollte aufgrund der starken Strömungen nicht zum Baden genutzt werden, dient jedoch Spaziergängern und speziell den Makrelen-Anglern als ideales Revier. Als Ölzeug wird umgangssprachlich die Oberbekleidung der Seeleute bezeichnet. Früher wurde die Kleidung aus Baumwolle oder Leinen mit Gummi, Leinöl, Teer oder Firnis wasserdicht gemacht. In den 1970er Jahren kam der „Friesennerz“ groß in Mode. Hiermit bezeichnet man scherzhaft die leuchtend gelben Jacken, die heute nur noch selten am Sylter Strand zu sehen sind. P – WIE PETRITAG UND PFLANZEN Am 22. Februar eines jeden Jahres treffen sich Jung und Alt zum Petritanz. Der Gerichts- und Tanztag ist seit Ende des 19 Jahrhunderts an dieses Datum gebunden. Der Petritag, auch als Pidersdai bekannt, ist vor allem der Tag der Jugend. Es gibt schulfrei, und in fast allen Sylter Dörfern finden Kindertanz und friesische Theateraufführungen statt. Die Pflanzenvielfalt auf Sylt ist sehr groß. Besonderer Beliebtheit erfreut sich die Sylt-Rose. Diese ursprünglich von der sibirischen Halbinsel Kamtschatka stammende Pflanze wurde aufgrund Ihrer Anspruchslosigkeit und Robustheit im Jahre 1890 nach Sylt importiert. Sie diente als Windschutz. Heute ziert sie viele Gärten und Friesenwälle. R – WIE RADFAHREN UND RINGREITEN Auf der Insel gibt es ein knapp 200 Kilometer umfassendes Radwegenetz. Besonders beliebt sind die “Fernstrecken” von Westerland nach Hörnum oder List entlang der stillgelegten Inselbahntrasse. Kampfgeister gönnen sich eine Partie gegen den Wind, Genießer nutzen die steife Brise im Rücken für eine lockere Fahrt. Wem trotzdem mal die Puste ausgeht: Linienbusse nehmen Radfahrer nebst Drahtesel mit. Wenn auf Sylt ein Galgen errichtet wird, so schlägt dort nicht etwa einem Verbrecher das letzte Stündlein. Das einzige, was am so genannten Galgen baumeln wird, ist ein winziger Messingring. Diesen aus dem Galopp mit einer Lanze aufzuspießen, ist die Aufgabe der Ringreiter. Acht Vereine pflegen noch heute diese Tradition. Die neun Turniere finden in den Sommermonaten in den Friesendörfern statt. S – WIE STRANDKÖRBE UND SÖLRING Insgesamt etwa 12.000 Strandkörbe stehen von April bis September auf Sylt. Es gibt Einsitzer, Zweisitzer und Dreisitzer, jeder von ihnen trägt eine Hausnummer auf dem Rücken. Die Körbe können entweder am Strand oder online angemietet werden. Sogar Frühbucherpreise gibt es. Ein Strandkorb kann entweder für einen Tag, für mehrere Tage oder für die ganze Saison angemietet werden. Sölring ist ein Dialekt des Friesischen. Die Sylter Sprache hat mehrere Väter: Im Laufe von tausend Jahren vermengten sich altfriesisch, dänisch, englisch und holländisch. Durch den Einzug des Hoch- und Plattdeutschen wurde das Sölring jedoch zunehmend verdrängt. In einigen Sylter Kindergärten und Grundschulen werden die Jüngsten heute wieder an die Heimatsprache herangeführt. T – WIE TEE UND TRACHTEN Der Ursprung der Tees liegt zwar in Fernost – aber auch im hohen Norden hat das Getränk seit jeher eine ganz besondere Bedeutung. Egal ob beruhigend oder belebend – im Winter muss Tee auf Sylt vor allem: Wärmen! Teestuben in fast allen Inselorten laden insbesondere nach einem langen Strandspaziergang ein. In Westerland werden sogar Teeseminare angeboten. Das Sylter Trachtenwesen lässt sich über drei Jahrhunderte zurückverfolgen. Die alte Tracht, das knielange weiße Unterkleid mit den roten Binden und der auffälligen Kopfbedeckung, geriet im goldenen Zeitalter des Walfangs in Vergessenheit. Die heutige Sylter Festtagstracht wurde im Jahre 1974 wieder entdeckt und wird seitdem von der Trachtengruppe der Sölring Foriining bei Festen vorgeführt. U – UWE-DÜNE UND UTHÖRN Steht man auf der Uwe-Düne, so liegt einem Sylt sprichwörtlich zu Füßen. Mit 52 Metern ist die Kampener Düne die höchste Erhebung der Insel. Von der Plattform bietet sich bei guten Sichtverhältnissen ein grandioser Blick über Sylt. Die Mammutdüne wurde nach dem Freiheitskämpfer Uwe Jens Lornsen, einem bedeutenden Sohn der Insel, benannt. Uthörn ist eine Insel im Lister Königshafen. Die seit Anfang der 1960er Jahre unter Naturschutz stehende Insel ist ein bedeutsames Rast- und Nahrungsgebiet für durchziehende Vögel. Hier befinden sich auch die Brutgebiete von Eiderenten, Brandgänsen, Austernfischern und Seeschwalben. Das Naturparadies darf nicht betreten werden. V- VOGELKOJE UND VOLLMONDPARTIES Eine Vogelkoje ist eine Einrichtung zum Entenfang. Die bekannteste der drei historischen Einrichtungen auf Sylt befindet sich nördlich von Kampen. Der Wildentenfang trug lange Zeit zum Lebensunterhalt der Inselbewohner bei. Seit 1935 steht das etwa zehn Hektar große Gebiet unter Naturschutz. Seit 1985 wird das Gebiet als Museum mit diversen Ausstellungen vom Sylter Verein Söl’ring Foriining betreut. Immer dann, wenn der Mann im Mond auf Totalbeleuchtung schaltet, veranstaltet „Bambus-Klaus“ seine legendären Vollmondpartys im Inselnorden. Der Schöpfer des Inselhits „Ich bin so gerne auf Sylt“ baute eine ehemals schlichte Bushaltestelle am Lister Weststrandparkplatz in eine Art nordfriesische Reggae- Pinte um. Hunderte tanzen dann zu schrillen Klängen und wummernden Bässen. W – WASSERQUALITÄT UND WALFANG Die Wasserqualität an den Sylter Stränden wird regelmäßig nach strengen EU-Richtwerten geprüft. Bereits seit 1971 werden in jedem Sommer an zehn verschiedenen Stellen an der West- und Ostseite der Insel regelmäßig und in kurzen Abständen Wasserproben entnommen. Die Untersuchungen im vergangenen Jahr bescheinigten dem Wasser rund um Sylt erneut eine „sehr gute“ Qualität. Als man Ende des 16. Jahrhunderts zwischen Grönland und Spitzbergen Massen von Walen entdeckte, heuerten auch viele Sylter auf den großen Walfangschiffen an. Der Walfang kam zur rechten Zeit: Die Landwirtschaft warf nicht genug ab und auch die Ausbeute in der Fischerei reichte nicht mehr aus. Die goldene Zeit des Walfangs dauerte bis 1800 und verhalf vielen Sylter Kapitänen zu Ansehen und Reichtum. Z – ZUGVÖGEL UND ZIPFELGEMEINDE Sylt ist ein Paradies für Ornithologen. Alljährlich machen Millionen von Zugvögeln Rast im Wattenmeer. Einzelne Schwärme nehmen dabei eine Dichte von bis zu 100.000 Individuen an. Das Rantum-Becken ist eines der artenreichsten Vogelschutzgebiete Deutschlands, mehr als 180 Arten brüten oder rasten hier. Es werden ornithologischen Führungen angeboten, außerdem lädt ein Informationszentrum zum Besuch ein. List auf Sylt im Norden, Selfkant im Maastal im Westen, Görlitz an der Neiße im Osten und Oberstdorf im Allgäu im Süden stellen die äußersten Zipfel der Republik dar. Seit 1999 gibt es die Partnerschaft zwischen den Zipfelgemeinden, die sogar ein eigenes Reisedokument haben – den Zipfelpass! Dieser dokumentiert mit Stempeln der Rathäuser den Besuch in den Zipfelgemeinden. Weitere Information finden Sie unter www.sylt.de

Datenschutz
JustSylt.de, Inhaber: Christoph Schneider (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
JustSylt.de, Inhaber: Christoph Schneider (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.