Fantastische Windstärken bis zu neun, mitreißende Monsterwellen und akrobatische Leistungen auf dem Brett. Allerbeste Voraussetzungen für die Weltelite der Surfszene von 156 Surfern aus 33 Nationen, die seit dem vergangenen Samstag an neun Tagen bis zum 8. Oktober vor der Westerländer Promenade unter dem Jubel von bis zu 220 000 erwartenden Zuschauern spannende und hochklassige Actions in den Disziplinen Waveriding, Slalom, Freestyle und Wind-Foiling zeigen. Bei einem ausgelobten Preisgeld von 127 500 Euro sorgt vor allem Titelsponsor Mercedes Benz für den wirtschaftlichen Hintergrund dieser Parade-Veranstaltung.

Einst war Robby Naish das Zugpferd, heute steht der Auftritt des 23-jährigen Weltranglistenersten Philip Köster im Fokus der letzten Station der laufenden Weltserie, der unbedingt zum vierten Mal Champion im Wellenreiten werden wollte. Nach überstandenem Kreuzbandriss und langer Zwangspause lag der auf Gran Canaria lebende Deutsche bei den Waveriding-Wettbewerben nach der Hinrunde aussichtsreich auf Rang drei und scheiterte nur denkbar knapp in einem hochklassigen Halbfinale an dem aktuellen Weltmeister Victor Fernandez Lopez aus Spanien. Nach den Ergebnissen der ersten Rennen in der Rückrunde kann ihn dieses Ranking keiner mehr nehmen und damit ist der Gewinn der vierten Weltmeisterschaft vorzeitig in trockenen Tüchern. Herzlichen Glückwunsch.

Philip Köster: „Es fühlte sich einfach wieder toll an auf dem Wasser zu sein vor allem mit meiner „neuen Kniekehle“ und dem Gewinn des WM-Titels. Für mich geht ein Traum in Erfüllung, nach 2011 und 2012 vor deutschem Publikum erneut Weltmeister geworden zu sein.“

Mit dabei auch Deutschlands Bester im Slalom, Vincent Langer aus Kiel mit Segelnummer GER-1, der Ende Juli vor Sylt seinen Titel gewann.

Hohe Aufmerksamkeit dürfte auch die 21-jährige Lina Erpenstein aus Aschaffenburg auf sich ziehen, die mit aktuellem vierten Platz im Waveriding mittlerweile zur Weltspitze der Damen gehört.

Lina Erpenstein: „Sylt- ein anspruchsvolles Revier mit tollen Stränden und für mich beruhigende Wirkung. Hier will ich zeigen was ich in meiner aktiven siebenjährigen Zeit gelernt habe.“

Es sind aber definitiv nicht nur die Rennen auf dem Wasser, die die Massen anziehen. Es ist einfach auch diese gigantische Partylaune, die die Surf-Cup- Fans aus ganz Deutschland seit Jahrzehnten wiederkommen lässt. Über die gesamte Promenade von Westerland erstreckt sich eine Verkaufs- und Partymeile mit einem etwa 200 Meter langen aufgebauten Zelt in dem schon am frühen Abend das Show- Spektakel bei Partymusik beginnt.

Sylt- das Wimbledon des Wassersports mit unglaublich großer Strahlkraft. Genießen wir also noch die nächsten Tage.

Fotos: ACT AGENCY