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Das größte Raubtier Deutschlands ist die Kegelrobbe. Bullen können es auf drei Meter Länge und 300 Kilogramm Gewicht bringen. Im Ostatlantik leben heute rund 100.000 Tiere. Im Wattenmeer waren Kegelrobben im Mittelalter viel zahlreicher als heute, wurden aber so stark bejagt, dass es in Schleswig-Holstein jahrhundertelang keine eigenständige Population mit Nachkommen gab. Nach der Einstellung der Seehund- und Kegelrobbenjagd in den 1970er Jahren stieg die Zahl der auf den Sandbänken vor Amrum und auf der Helgoländer Düne gezählten Kegelrobben langsam an. Seit 1988 werden dort auch Jungtiere beobachtet. Heute gibt es im dänisch-deutsch-niederländischen Wattenmeer insgesamt gut 4.000 Kegelrobben, davon rund 550 auf Helgoland und rund 100 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, hauptsächlich auf dem Jungnamensand vor Amrum. Steht er bei Sturm unter Wasser, weichen die Robben auf den Amrumer Kniepsand aus, manchmal auch auf die Hörnum-Odde oder den Föhrer Strand. Die Nationalparkverwaltung und die betreuenden Naturschutzverbände bitten um Rücksicht, wenn nach einem Sturm in diesem Winter Kegelrobben-Junge auf den Inseln stranden. Wer ein Tier findet, sollte Abstand halten, seinen Hund anleinen und die zuständigen Naturschutzverbände informieren. Sie sorgen dafür, dass die Jungen ungestört bleiben und bei Bedarf Fachleute hinzugezogen werden.

Die Wurfzeit der Kegelrobben beginnt im November und endet im Februar. Bis Ende Dezember 2012 wurden rund 160 Jungtiere auf der Helgoländer Düne, ein Dutzend vor Amrum und drei auf dem Norderoogsand registriert. Warum Kegelrobben ihren Nachwuchs im Winter bekommen – und nicht wie Seehunde im Frühsommer – können auch Biologen nicht einfach beantworten. Da das Wattenmeer die Südgrenze ihres Verbreitungsgebietes bildet, fühlt sich unser Winter für sie vielleicht wie ein Sommer an.