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Beim Zuzug von Asylbewerbern spitzt sich die Lage weiter zu. Zwischen Januar und einschließlich Juni 2013 wurden in Schleswig-Holstein insgesamt 1.516 Flüchtlinge neu aufgenommen, rund 96 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die meisten Menschen kamen aus Russland (512 Personen), Afghanistan (229 Personen) und Iran (201 Personen). Wie Innenminister Andreas Breitner nach einem Besuch einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende in Schackendorf (Kreis Segeberg) am Mittwoch, den 10. Juli 2013 sagte, ist mit einer Entspannung der Situation in naher Zukunft nicht zu rechnen. „Wir müssen uns auf einen anhaltend starken Zuzug von Asylbewerbern einstellen“, sagte Breitner. Die Erfahrung zeige, dass im zweiten Halbjahr mehr Menschen kommen als in den ersten sechs Monaten.

Der Minister beruft sich dabei auf die jüngste Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg. Die Behörde erwartet, dass im weiteren Verlauf des Jahres monatlich zwischen 8.000 und 10.000 Menschen in Deutschland um Asyl nachsuchen werden. „Die aktuelle Entwicklung gibt Grund zu der Annahme, dass wir in diesem Jahr die Gesamtzahl von 100.000 Erstantragstellern in Deutschland erreichen“, sagte Breitner. Für Schleswig-Holstein würde dies ein Zuzug von insgesamt rund 3.350 neuen Asylsuchenden bedeuten.

Der Minister appellierte an die Kommunen, die Menschen weiterhin angemessen unterzubringen. Er dankte zugleich den Kreisen, Städten und Gemeinden für ihre bisherigen Anstrengungen auf diesem Gebiet. „Ich höre und erlebe, wie Kommunalverwaltungen in allen Landesteilen engagiert und konstruktiv die Herausforderung annehmen“, sagte Breitner. Laut Haushalt stellt das Land den Kommunen in diesem Jahr 27 Millionen Euro für die Unterbringung und Verpflegung von Asylbewerbern zur Verfügung. „Das wird jedoch nicht reichen“, sagte Breitner. Im nächsten Jahr sieht der Haushaltsentwurf der Landesregierung rund 36 Millionen Euro an Erstattungsleistungen vor.